Dass ein Regime die Bühne einer großen Sportveranstaltung für eigene Zwecke nutzt, hat leider Tradition. Die Olympischen Spiele 1936 in Berlin und die Fußball-WM 1978 in Argentinien sind wohl die bekanntesten (und schrecklichsten) Beispiele für eine Instrumentalisierung des Sports durch die Politik.
Die Fachverbände argumentieren in solchen Fällen gern damit, dass es doch nur um Sport gehe. Der Automobilverband FIA und Formel-1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone bilden da beim Beispiel Bahrain keine Ausnahme. Am Rennsport, so die Rechtfertigung, würde sich die Bevölkerung so sehr begeistern, dass man ihr diese Freude nicht nehmen wolle. Das klingt lieb und harmlos und lässt Ecclestone als Wohltäter erscheinen. Dass er mit jedem Rennen viel Geld verdient, sagt er dabei nicht.
Selbstverständlich weiß Ecclestone, dass ein Rennen in Bahrain eben nicht nur eine Sportveranstaltung, sondern inzwischen ein Politikum ist. Des schönen Geldes wegen redet er die Zweifel aber beiseite. Schlimm ist zudem, dass Teams und Fahrer dieses Spiel, vermutlich mit geballter Faust in der Tasche, mitmachen.
Die Glitzerwelt der Formel 1 jedenfalls hat durch dieses Rennwochenende – hoffentlich nur symbolisch gesprochen – ein paar hässliche Kratzer erhalten.
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