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Glück gehabt

Der Profisport, und der Fußball im Speziellen, betont gerne die Tradition, die Verankerung und Wahrung hehrer Werte. Das geht runter wie Öl, das kommt bei Freunden und Fans, Gönnern und Sponsoren prächtig an. Unter dem Druck der ständigen Anpassung aber geht auch schon mal etwas verloren. Das gilt ganz besonders bei so einer milliardenschweren Entscheidung wie der Vergabe der audiovisuellen Medienrechte. Deswegen sollte man nicht dem Irrglauben verfallen, die 36 Proficlubs hätten mit ihrer Entscheidung im Bieterkampf um die TV-Rechte die alte Dame Sportschau vor dem Zerfall retten wollen.

Sicherlich, erst die ARD-Sportschau, das frei empfangbare Massen-Fernsehen, hat den Fußball in Deutschland in jahrzehntelanger Partnerschaft zu dem gemacht, was es heute ist: ein hoch rentables Hochglanz-Produkt. Diese Pionierleistung haben die Fußball-Vermarkter bestenfalls aber nur am Rande bedacht.

Vereine und Ligaverband DFL hatten Glück – wie die Sportschau. Das erstmalige Wettbieten im Bereich des Bezahl-Fernsehens und in der Folge das Erwirtschaften immens höherer Garantiesummen ließ erst das erneute Überleben der Sportschau zu.

Mit dieser Lösung können alle leben. Die Fans sowieso und die Clubs erst recht: Sie erhalten auf Jahre viele Millionen Euro mehr. Die Volksnähe bleibt gewahrt. Und gleichzeitig sind sie einer drohenden medienrechtlichen Auseinandersetzung im Falle einer Vergabe an ein staatsnahes Unternehmen wie der Telekom aus dem Weg gegangen.

Die Bundesliga setzt vier weitere Jahre auf verlässliche Größen. Der Bezahlsender Sky bringt das Geld, die ARD mit der Sportschau die Menschen. So lautet das kühle Kalkül. Nicht die siebte Zeitlupe oder die 17. Kameraeinstellung war entscheidend, sondern – ganz simpel – die flächendeckende Erreichbarkeit der Menschen.

Diese Art der Fußball-Versorgung schafft kein Bezahlsender, gleichwohl die neue, digitale Welt des Internets. Noch nicht gleich, aber bald. Spätestens aber dann, wenn auch die allerletzten weißen Flecken vernetzt sind. Bis dahin, und nur bis dahin, bleibt alles beim Alten.

Der Fußball ist zu einem Spiel ohne Grenzen geworden, die Sportschau zu einem Erfolgsmodell auf Zeit.

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bals@infoautor.de

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