Wolfsburg - Deutlicher als nach dem glücklichen 2:1 gegen Borussia Mönchengladbach hätte Dieter Hecking den Anspruch beim VfL Wolfsburg kaum ausdrücken können. Während die Spieler es immer noch nicht fassen konnten, gegen einen spielerisch klar besseren Gegner gewonnen zu haben, erklärte der VfL-Coach nach zwei Siegen binnen fünf Tagen sein Team schon wieder für stark genug, „im oberen Tabellendrittel für Wirbel zu sorgen“.

Gemeint ist die erneute Qualifikation für die Fußball-Champions-League. Etwas anderes zählt beim Pokalsieger nicht. Dabei ist der VfL als Siebter gerade mal bis auf zwei Punkte an die Europa-League-Ränge herangerückt. Doch Hecking befand mutig: „Vielleicht haben wir jetzt eine Serie gestartet.“

In der Tat könnte der etwas kurios zustande gekommene Sieg gegen laut Hecking „bärenstarke“, aber eben nicht effektive Borussen eine Initialzündung gewesen sein. „Wenn man gegen eine Spitzenmannschaft wie Gladbach gewinnt, kann man auch selbstbewusst sein“, meinte Wolfsburgs Sportchef Klaus Allofs und ergänzte: „Wir sind jetzt wieder dran.“

Zumindest bezogen auf die Europa-League-Ränge und die Borussia stimmt das. Nur noch zwei Punkte liegen zwischen den Gladbachern und den Wolfsburgern. Es hätten auch gut und gerne acht sein können. „Gladbach war über weite Strecken die bessere Mannschaft“, gestand Wolfsburgs Torschütze zum 1:0 (15. Minute), Julian Draxler: „Da mussten wir schon wirklich alles entgegensetzen, um das über die Zeit zu retten.“

Trotz der teils drückenden Überlegenheit der Gäste war der Wolfsburger Erfolg drei Tage vor dem Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League an diesem Dienstag (20.45 Uhr/Sky) gegen KAA Gent nicht völlig unverdient. Denn der VfL wehrte sich gegen die Offensivstärke der Gäste und bestrafte deren riskante Spielweise.

So erhöhte Max Kruse (17.) kurz nach Draxlers Führung auf 2:0. Mehr als das 1:2 durch Raffael (23.) brachte Gladbach nicht zustande. „Wolfsburg war deutlich effektiver“, räumte Trainer Andre Schubert ein.