Hoffenheim - Zwanzig Minuten lang suchte Manager Andreas Müller in der Mixed Zone fieberhaft nach Erklärungen, dabei hatte der leere Blick von Markus Babbel eigentlich schon alles gesagt. Die Reaktion des Trainers von Fußball-Bundesligist 1899 Hoffenheim auf das 2:4 beim 1. FC Nürnberg symbolisierte die pure Ratlosigkeit. „Ich habe mich lange schützend vor die Spieler gestellt, aber irgendwann ist auch mal ein Punkt erreicht, wo ich erwarten kann, dass die einfachsten Dinge hundertprozentig umgesetzt werden“, stammelte Babbel fast entmutigt: „Die Jungs müssen kapieren, dass es um unglaublich viel geht.“

Legt man die dürftige Vorstellung vom Mittwochabend zugrunde, haben Babbels Fußballer den Ernst der Situation in der Bundesliga noch immer nicht erkannt.

Entsprechend umfangreich fiel die Besprechung der Hoffenheimer am Donnerstag aus, was den Trainingsbeginn um 45 Minuten verzögerte. Nach der Pleite am Vortag sah der Trainer großen Redebedarf. „Wir haben nicht viel über das Spiel von gestern gesprochen. Wir müssen jetzt als Mannschaft zusammenhalten und weiter positiv sein. Im Moment machen wir leider immer fatale Fehler, die müssen wir abstellen“, meinte Sejad Salihovic mit Blick auf das Spiel gegen Werder Bremen. Hoffenheims Stürmer Sven Schipplock nahm noch einmal Coach Babbel in Schutz, dessen Schonfrist nach einer weiteren Niederlage am Sonntag wohl abgelaufen sein dürfte. „Der Trainer kann uns nur Woche für Woche einen Plan an die Hand geben. Auf dem Feld müssen wir das umsetzen“, sagte der 23-Jährige.