Braunschweig/München - Manuel Neuer kehrte ins Tor zurück, und Pep Guardiola stimmte seine Stars gestenreich auf das Offensivfeuerwerk von Real Madrid ein. Sofort nach der Generalprobe beim 2:0 in Braunschweig bereitete der spanische Erfolgscoach die Bayern-Spieler am Osterwochenende ohne freien Tag und mit voller Konzentration auf das Weltklasse-Ensemble um Cristiano Ronaldo und Gareth Bale vor. Eine Leistungssteigerung der Münchner Fußballer muss im Halbfinal-Hinspiel an diesem Mittwoch (20.45 Uhr/ZDF) im Estadio Santiago Bernabéu her, sonst könnte die Hoffnung auf das dritte Champions-League-Endspiel in Serie am 24. Mai in Lissabon ganz schnell vorbei sein.

Aufmerksam lauschten Jérome Boateng und Dante am Ostersonntag vor rund 1000 Zuschauern den Ausführungen ihres impulsiven Chefs auf dem Trainingsplatz an der Säbener Straße, auf dem auch Neuer nach Lauftraining an den Vortagen wieder ins Geschehen eingriff. Nach zweieinhalb Spielen Pause wegen einer Wadenblessur arbeitete er wieder mit dem Ball und soll in Madrid wieder die Nummer eins sein. Am Sonnabend hatte der 20-jährige Lucas Raeder im Münchner Tor gestanden.

In der Vorbereitung auf den Champions-League-Klassiker war Bundesliga-Schlusslicht Braunschweig nach Ansicht von Bayern Münchens Vorstandschef Rummenigge ein idealer Sparringspartner. „Der Gegner kämpft gegen den Abstieg. Nach 60 Minuten haben wir das verstanden“, erklärte Rummenigge: „Das war ein guter Test.“

Kapitän Philipp Lahm nahm nach dem dünnen 2:0-Erfolg durch Tore von Altmeister Claudio Pizarro (75. Minute) und Joker Mario Mandzukic (86.) ein „gutes Gefühl“ mit auf dem Weg nach Madrid. Guardiola war „stolz auf die Spieler, weil wir Mannschaftsgeist bewiesen haben“.

Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht wollte das 0:2 gegen die Münchner nicht als großen Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt werten. Er verbreitete drei Runden vor dem Saisonende unverdrossen Zuversicht beim Tabellenletzten.

„Natürlich lebt die Hoffnung weiter“, analysierte Lieberknecht: „So, wie wir Woche für Woche auftreten, ist es auch völlig berechtigt, dass wir nach wie vor an den Klassenerhalt glauben.“

Gegen die Münchner nicht dabei waren Karim Bellarabi und Marcel Correia. Sie waren zu spät zum gemeinsamen Frühstück der Eintracht-Profis erschienen und daher aus dem Kader gestrichen worden. „Wer bei mir Termine verschläft, der hat anschließend einen schlechten Tag“, sagte Lieberknecht.