Augsburg - Das Ende der Erfolgsserie von Bayern München hat in der Fußball-Bundesliga Diskussionen über eine Wettbewerbsverzerrung ausgelöst. Sportvorstand Horst Heldt von Schalke 04 und Eintracht Frankfurts Trainer Armin Veh kritisierten Starcoach Pep Guardiola, weil er beim 0:1 beim FC Augsburg auf viele Stars verzichtet hatte.
„Natürlich hat man das mitgekriegt, dass Spieler auf dem Platz gestanden haben, die selten bis noch gar nicht gespielt haben, und man hat auch vernommen, dass der Trainer der Bayern gesagt hat, die Bundesliga ist gelaufen. Ob das Wettbewerbsverzerrung ist, müssen andere entscheiden“, sagte Heldt.
Aus seinem persönlichen Standpunkt zu den sieben Änderungen in Münchens Startelf im Vergleich zum ersten Champions-League-Viertelfinale vier Tage zuvor bei Manchester United machte er gleichwohl keinen Hehl: „Das ist kein guter Stil, wenn man so agiert, dass es für andere Probleme geben könnte. Das hat auch mit Charakter zu tun.“
Der Ex-Profi, der mit seiner Kritik auch Druck auf München für das Duell am nächsten Wochenende mit Schalkes Champions-League-Konkurrent Borussia Dortmund beabsichtigte, stand mit seiner Sichtweise nicht allein. Veh zeigte auch nur bedingt Verständnis für die Bayern-Rotation vor dem Rückspiel gegen Manchester an diesem Mittwoch (20.45 Uhr/ZDF). „Wenn man das gegen Mannschaften macht, die um die Europa-League-Plätze oder gegen den Abstieg spielen, und du schenkst nur ab, dann finde ich das nicht gut“, klagte Frankfurts Trainer.
Guardiola ließ die Kritik an seiner misslungenen Rotation – drei U-20-Spieler standen in der Startelf und Stars wie Franck Ribéry, Arjen Robben oder Philipp Lahm waren erst gar nicht nach Augsburg gekommen – lässig abtropfen. „Das Spiel gegen Manchester ist ein Finale, da geht es um Tod oder Leben“, erklärte der Spanier in Augsburg, wo die Münchner ihre erste Liga-Niederlage nach 53 ungeschlagenen Partien kassierten.
Vielmehr beschäftigte Guardiola die wachsende Personalnot für das Spiel gegen Manchester. So zog sich Xherdan Shaqiri in Augsburg einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zu. Guardiola muss am Mittwoch neben Shaqiri auf die gesperrten Bastian Schweinsteiger und Javier Martinez sowie die verletzten Thiago, Diego Contento und Tom Starke verzichten.
