HAMBURG/BREMEN - Der Stürmer brach sein wochenlanges Schweigen. Bei einem Wechsel in diesem Jahr verzichtet er auf viel Geld.

von hauke richters

Das Bekenntnis wirkte befreiend. „Ja, ich gehe spätestens 2008 zu den Bayern. Wenn es vorher noch klappt, dann freue ich mich natürlich auch.“ Werder Bremens Fußball-Nationalspieler Miroslav Klose redete nach dem EM-Qualifikationsspiel gegen die Slowakei (2:1) in Hamburg endlich Klartext. Seine Aussagen standen zwar im Widerspruch zu denen von Anfang Mai („ich will meinen Vertrag bis 2008 in Bremen erfüllen“), die ungewohnte Offenheit tat dem Stürmer aber sichtlich gut. Locker wie lange nicht plauderte der in den vergangenen Wochen so verschlossene WM-Torschützenkönig. „Ich hätte das Tor gerne selbst gemacht“, sagte er über den Führungstreffer in der 10. Minute, den der Slowake Jan Durica per Eigentor besorgt hatte. „Aber mein Gegenspieler wollte das offenbar selbst besorgen – ich konnte ihn nicht daran hindern.“

Sollten sich Bayern München und Werder Bremen nicht über eine Ablösesumme für einen vorzeitigen Wechsel Kloses einigen können, will der Angreifer „noch ein Jahr lang alles für Werder geben“. Mit dieser Selbstverständlichkeit wird er die Bremer Fans aber kaum für sich gewinnen können. Ein Stürmer, der lieber heute als morgen den Verein verlassen möchte, dient auf der Tribüne nicht als Identifikationsfigur.

Für einen schnellen Transfer spricht, dass Werder in diesem Jahr noch eine Ablösesumme kassieren würde. Andererseits ist der Rekordmeister wegen der kurzen Restlaufzeit von Kloses Vertrag nicht bereit, eine Forderung von 15 bis 20 Millionen Euro zu akzeptieren. Laut Bayern-Manager Uli Hoeneß hat der Club inzwischen ein Angebot bei Werder eingereicht. Bei einem schnellen Wechsel würde der Umworbene viel Geld verlieren. Die nun fällige Zahlung an Werder würde bei einem ablösefreien Transfer 2008 als Handgeld in Kloses Tasche fließen. Einen möglichen Tausch von Klose gegen Münchens Lukas Podolski schloss Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge aus.

Kloses engagierter, aber torloser Auftritt gegen die Slowakei rief bei den Kollegen viel Lob hervor. „Ohne ihn wäre das Tor sicher nicht gefallen“, sagte Mario Gomez, und Torsten Frings tat es leid, dass „Miro das Tor nicht zugesprochen bekommt“.

Klose, der an diesem Sonnabend 29 Jahre alt wird, sehnt nun die fußballfreie Zeit herbei. „Jeder weiß, wie sehr ich mich auf den Urlaub freue“, sagte er. In welchem Trikot er am Ligapokal-Spiel zwischen Werder und Bayern am 21. Juli in Düsseldorf teilnimmt, ist nun Sache der Vereine.