HAMBURG/BREMEN - Beim Hamburger SV wollte noch keine rechte Vorfreude aufkommen, bei Werder Bremen war man sogar „total sauer“: Vor den hanseatischen Fußball-Festwochen in DFB-Pokal, Uefa-Cup und Meisterschaft ließ das Derby-Fieber bei den Nordrivalen noch auf sich warten. Auch wenn der Blick nach den Generalproben bereits auf den Auftakt der Serie von vier Spielen auf das Pokal-Halbfinale an diesem Mittwoch (20.30 Uhr/ZDF) gerichtet war, hielt man sich in beiden Lagern mit Kampfansagen noch sehr zurück.

Bei HSV-Trainer Martin Jol war die Stimmung nach dem kräftezehrenden 2:1-Sieg gegen Hannover 96 jedenfalls noch verhalten. Gerne hätte der Niederländer vor dem ersten von vier Duellen gegen Werder den einen oder anderen Leistungsträger zur Schonung früher ausgewechselt. Eine laxe Chancenverwertung bei den Hanseaten, die frühe Verletzung von Jerome Boateng und ein umstrittener Handelfmeter für die Gäste verhinderten dies.

Petric will Titel

Die in der Liga chancenlosen Bremer dagegen konnten Diego, der am Montag wieder trainierte, und Mesut Özil pausieren lassen, die 1:2-Pleite bei Hertha BSC tat an der Weser nicht weh. Dennoch hätte sich Werder-Boss Klaus Allofs einen anderen Ausgang gewünscht. „Ich bin sauer“, sagte der Sportdirektor angesichts der verschenkten Punkte.

Deutlich schmerzlicher wäre für die Grün-Weißen das Verpassen des Pokalfinales. HSV-Torjäger Mladen Petric jedenfalls würde gerne seinen Doppelpack aus der Partie gegen harmlose Niedersachsen gegen Bremen wiederholen: „Der Titel des deutschen Meisters wäre für mich der wertvollste, aber auch im Pokal wollen wir natürlich nach Berlin.“ Dann ginge der Tanz auf drei Hochzeiten weiter, von einer Dreifach-Belastung wollte HSV-Vorstandsboss Bernd Hoffmann jedoch nicht sprechen.

Schaaf ist gelassen

Aber auch bei Werder hegt man am Ende einer durchwachsenen Saison Träume. Und so soll nach der verpatzten Generalprobe von Berlin die Rückkehr in die Hauptstadt zum Pokalfinale am 30. Mai mit einem Halbfinalsieg in Hamburg geebnet werden. „Gegen den HSV dürfen wir uns die Schnitzer im Abwehrbereich nicht erlauben“, forderte Allofs. Trainer Thomas Schaaf demonstrierte dagegen Gelassenheit. Die Niederlage in Berlin bedeute für das Pokalspiel nichts, sagte er.