HAMBURG - HAMBURG/SID - Den Blick nach ganz oben kann sich der Hamburger SV nun schenken – im Kampf um die direkte Champions-Liga-Qualifikation sieht sich der Fußball-Bundesligist aber weiter als erster Anwärter. „Das wird uns nicht umhauen“, prophezeite HSV-Trainer Thomas Doll nach der 0:2 (0:1)-Niederlage gegen Bayer Leverkusen.
Mit fünffachem Ersatz stemmten sich die Norddeutschen mehr als eine Halbzeit lang mit Kampfgeist gegen die vierte Heimniederlage, doch dann war man im 52. Pflichtspiel der Saison mit den Kräften und der Konzentration nahezu am Ende. Doll: „Uns fehlte die Ruhe vor dem Tor.“
Effektiver gingen die Gäste mit ihren Chancen um – Simon Rolfes (6.) und Paul Freier (77.) trafen zum richtigen Zeitpunkt. Garant für den Sieg war Jörg Butt, der die HSV-Fans zur Verzweiflung brachte. Der ehemalige HSV-Torwart zeigte über ein halbes Dutzend Glanzparaden.
Solide und weitgehend fehlerfrei agierte Jens Nowotny, der nun plötzlich sogar wieder ein Kandidat für Bundestrainer Jürgen Klinsmann ist. Und selbst beim Werksclub kann man sich vorstellen, mit dem 32-Jährigen ungeachtet unschöner gerichtlicher Auseinandersetzungen weiter zusammenzuarbeiten. Völler: „In dieser Form hat Nowotny bei uns eine Perspektive.“
Nach fünf Siegen in Serie steht Bayer nun mit einem Bein im Uefa-Cup. „Nach der verkorksten Hinserie ist das fast sensationell“, lobte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler sein Team; die Tore, so Völler weiter, „sahen schon ein bisschen nach Barcelona aus.“ „Barca“ wäre zweifellos ein HSV-Wunschgegner in der „Königsklasse“, dann darf den Hamburgern aber nicht wie im vergangenen Jahr im Schlussspurt die Luft ausgehen. Nur einen Zähler holte das Team seinerzeit aus den letzten vier Partien und rutschte noch in den UI-Cup.
Daran wollte Doll gar nicht erst denken: „Wir halten uns in der Gegenwart auf.“ Und da lagen die Platzherren in allen Statistiken vorn, nur das Ergebnis stimmte nicht. „Wir hatten einfach kein Glück, das gibt es im Fußball“, brachte der brasilianische Torjäger Ailton die Misere auf den Punkt. Und so verabschiedeten 57 000 Zuschauer in der ausverkauften Arena die Gastgeber nicht unverdient mit Beifall in die Kabine.
