HAMBURG - Vor dem Viertelfinal-Rückspiel in der Europa League bei Standard Lüttich an diesem Donnerstag (21.05 Uhr/Sat 1) sucht der Hamburger SV die dringend benötigte Konzentration. Denn nach dem Flaschenwurf von HSV-Stürmer Paolo Guerrero liegen die Nerven beim Fußball-Bundesligisten blank.
Als wäre sein Ausraster nach dem Nordderby gegen Hannover 96 am vergangenen Sonntag, als er einem HSV- Fan eine Plastikflasche an den Kopf geschleudert hatte, gar nicht passiert, stieg der Peruaner am Mittwoch gut gelaunt ins Flugzeug. Bruno Labbadia machte keinen Hehl daraus, den 26-Jährigen in Belgien auch einzusetzen.
„Wir stoßen nicht jeden gleich aus, der einen Fehler macht“, betonte der HSV-Trainer schon am Sonntagabend. Gesperrt ist Guerrero nicht. Zwar ermittelt der DFB gegen ihn. Der deutsche Verband kann den Stürmer aber in der Europa League nicht aus dem Verkehr ziehen.
Labbadia handelt aber sicher nicht nur aus reiner Nächstenliebe, sondern aufgrund der Personalnot im Sturm. Ruud van Nistelrooy (Oberschenkelverhärtung) und Mladen Petric (Adduktorenprobleme) sind angeschlagen. Ze Roberto plagen Rückenschmerzen.
Sportlich gesehen haben die Hamburger mit dem 2:1-Hinspielsieg im Rücken jedoch einen leichten Vorteil. Dennoch: „Wir müssen jetzt positiv denken“, forderte Ze Roberto: „In Lüttich wird es ein sehr schweres Spiel.“ Zumal die 29 200 Fans im Maurice-Dufrasne-Stadion ihr Team frenetisch unterstützen werden. „Es ist ein Hexenkessel“, prophezeite Lüttich-Trainer Domenico DOnofrio.
Zuversichtlich gab sich van Nistelrooy. „Wir haben einen Sieg, die Lütticher nicht“, sagte der Niederländer. Auch dass Standard ein Auswärtstor erzielt hat, bringt ihn nicht aus der Ruhe. „Wir sind keine Mannschaft, die sich hinten reinstellt“, kündigte er an. Noch deutlicher wurde Verteidiger Guy Demel. „Wir schießen unser Tor.“
Ins Halbfinale will auch der VfL Wolfsburg. Dazu muss der deutsche Meister an diesem Donnerstag (21.05 Uhr/Kabel 1) gegen den FC Fulham aber das 1:2 aus dem Hinspiel drehen. Die Engländer reisen allerdings mit prominenter Unterstützung an. Hollywood-Star Hugh Grant (Notting Hill) hat eine Karte geordert. Schon vor einer Woche in London saß der glühende Fulham-Fan auf der Tribüne.
