HAMBURG - Zwei Teams, ein Traum: Abseits der Alltagssorgen in der Fußball-Bundesliga haben der Hamburger SV und der VfL Wolfsburg den 12. Mai fett im Kalender angestrichen. Dann findet in Hamburg das Endspiel der Europa League statt, und beide wollen unbedingt dabei sein.

Auf dem Weg dahin stehen aber zunächst die Hinspiele im Viertelfinale an. Der HSV empfängt an diesem Donnerstag (21.05 Uhr/Sat  1) Standard Lüttich, Wolfsburg tritt an diesem Donnerstag (21.05 Uhr/Kabel  1) in London beim FC Fulham an. Sollten sich beide durchsetzen, käme es im Halbfinale zum direkten Duell der beiden Nordclubs.

Die Hamburger wollen nach der einstündigen Aussprache am Montag die magere Bundesliga-Bilanz mit nur drei Siegen in elf Rückrundenspielen wettmachen. „Lüttich ist ein Existenzspiel, wir müssen gewinnen“, sagt Kapitän David Jarolim, „für uns, für den Trainer“.

„Wir können vieles wiedergutmachen“, meint Verteidiger Dennis Aogo, „die Aussprache hat einiges gebracht.“ Auch Guy Demel bezeichnete die Stimmung nach dem Krisengipfel als gut. „Wir können zeigen, welche Qualität in der Mannschaft steckt“, meint der Abwehrspieler und fordert: „Wir müssen zu null spielen.“

Für Bruno Labbadia ist das Erreichen des Halbfinales nach dem Holper-Fußball seiner Mannen in den Vorwochen geradezu Pflicht. „Jeder muss Verantwortung übernehmen“, fordert der umstrittene Trainer: „Was den Kopf und das Fußballerische betrifft, haben wird einiges gemacht. Ich habe großen Glauben an die Mannschaft.“

Den haben auch die Wolfsburger. „Fulham ist machbar, und die Aufgabe danach auch“, hat Spielmacher Zvjezdan Misimovic den Blick aufs Endspiel gerichtet. Auch Trainer Lorenz-Günther Köstner ist zuversichtlich: „Der englische Fußball dürfte uns entgegen kommen.“

Allerdings steht hinter dem Einsatz von Top-Torjäger Edin Dzeko, der seine Zukunft weiter offen ließ und auch einen Wechsel innerhalb der Bundesliga nicht ausschloss, wegen einer Innenband-Verletzung ein Fragezeichen. „Es wäre tragisch, wenn er ausfällt“, sagt Köstner. Besser sieht es beim verschnupften Grafite aus. „Ich kann spielen“, so der Brasilianer.