HAMBURG - HAMBURG/DPA/SID - Begeistert war Ailton nie von Gelsenkirchen. Jetzt aber fährt er mit Freude dorthin. Am Sonntag (17.30 Uhr) trifft der Brasilianer mit dem Hamburger SV in Gelsenkirchen auf seinen Ex-Club Schalke 04.
Immerhin empfängt der Vierte der Fußball-Bundesliga den Zweiten. Für Ailton ist es mehr als nur ein Spitzenspiel. Denn in seiner Zeit auf Schalke war für den Torjäger nicht immer alles eitel Sonnenschein.
Der Exzentriker machte sich im Revier schon vor seiner Ankunft keine Freunde: „Alles, was ich bisher über Gelsenkirchen gehört habe, ist ein Desaster. Es soll nicht besonders schön sein“, hatte „Toni“ damals geäußert. Er wollte deshalb auch nach seinem Wechsel in Bremen wohnen bleiben. Am Ende zog er doch von der Weser nach Gelsenkirchen-Buer und nervte dort die Nachbarn mit Partys.
In 29 Bundesliga-Spielen traf Ailton 14-mal für die Königsblauen, bevor er sich nach Saisonende für drei Millionen Euro zu Besiktas Istanbul transferieren ließ. „Mit den Fans, mit der Mannschaft und dem Club lief es immer gut. Es gab nur ein kleines Problem“, erklärt das Enfant terrible. Der Torjäger kam mit Schalkes Ex-Trainer Ralf Rangnick nicht zurecht. Ailton sei am Ende unzufrieden gewesen, sagt Schalkes Manager Rudi Assauer. „Deswegen war es besser, ihn abzugeben.“
Wie schon auf Schalke droht Ailton auch beim HSV die Bank – trotz seines ersten Saisontores am vergangenen Wochenende gegen Borussia Dortmund. Sergej Barbarez ist im Angriff gesetzt, und die Torblockade von Benjamin Lauth ist gelöst.
Mit weiteren Toren will sich Ailton dennoch seine Zukunft beim HSV sichern. Im Winter wurde er für 450 000 Euro von Besiktas Istanbul ausgeliehen. Die Hamburger sicherten sich zudem eine Kaufoption für den „Kugelblitz“. Sollte der HSV ihn behalten wollen, wären 1,75 Millionen Euro fällig. Bislang hat Ailton allerdings erst ein Spiel über 90 Minuten mit der Raute auf der Brust bestritten. Nach einem Kieferbruch kam der Stürmer zuletzt zu drei Kurzeinsätzen. „Ich tue alles, dass ich in Hamburg bleiben kann. Ich bin dabei, Fahrt aufzunehmen“, sagt der erste ausländische Fußballer des Jahres in Deutschland. „Ich will mit dem HSV in die Champions-Liga.“
