HAMBURG - HAMBURG/DPA/SID - Die deutschen Fußball-Asse sind im Ausland wieder „in“. Wie einst die Weltmeister Lothar Matthäus, Jürgen Klinsmann, Rudi Völler, Andreas Brehme & Co., die Ende der 80er- und Anfang der 90er-Jahre auf der europäischen Bühne ihr Geld verdienten, locken nach einer Phase des erkalteten Interesses die kontinentalen Spitzen-Clubs die deutschen Spitzenkräfte wieder gleich reihenweise an.
Hauptgrund für diesen positiven Trend dürfte der famose Auftritt der DFB-Kicker mit dem guten dritten Rang bei der Heim-WM 2006 sein. So buhlt Juventus Turin um den Mittelfeld-Strategen Torsten Frings (Werder Bremen), und der FC Valencia will Torhüter Timo Hildebrand (VfB Stuttgart) ködern. Sogar nahezu handelseinig ist sich Real Madrid mit Abwehr-Ass Christoph Metzelder (Borussia Dortmund).
„Auf jeden Fall ist das Interesse der internationalen Top-Clubs eine Bestätigung für den deutschen Fußball“, sagt Bundestrainer Joachim Löw. Zwar hält er es im Hinblick auf den Erhalt der Attraktivität der Bundesliga einerseits für wünschenswert, dass möglichst viele der Auswahl-Kicker im Lande bleiben. Andererseits bringe ein Legionärs-Engagement die Asse aber voran.
„Michael Ballack hat sich beim FC Chelsea trotz aller Kritik weiter entwickelt“, sagt Löw über den Nationalteamkapitän, der sich nach holprigem Start in London durchgesetzt hat. Auch die Auswahl-Akteure Jens Lehmann (FC Arsenal) und Robert Huth (FC Middlesbrough) spielen im Fußball-Mutterland, Mike Hanke vom VfL Wolfsburg (Manchester City/FC Everton) ist dort im Gespräch. Andreas Hinkel (FC Sevilla) und David Odonkor (Betis Sevilla) sind bereits in Spanien tätig.
Metzelder dürfte der nächste Deutsche sein, den es auf die iberische Halbinsel zieht. „Noch ist nichts unterschrieben, aber es läuft alles darauf hin“, sagt der Manndecker aus Dortmund, der sich mit den „Königlichen“ über ein Engagement für drei Jahre nahezu einig ist. „Ich kann allmählich beginnen, Spanisch zu lernen.“ Das könnte auch auf den Noch-Stuttgarter Hildebrand zutreffen, der den auslaufenden Kontrakt beim VfB nicht verlängert hat und seit Monaten mit dem FC Valencia in Verbindung gebracht wird.
Auch WM-Torschützenkönig Miroslav Klose hat offenbar Angebote aus dem Ausland vorliegen. Werder Bremens Manager Klaus Allofs würde am liebsten weder Frings noch Klose abgeben, aber er weiß, dass keiner von beiden zu halten ist, wenn er gehen will: „Wir können niemanden anketten.“
