HAMBURG - Zweieinhalb Monate vor dem Anpfiff zur Fußball-Europameisterschaft proben an diesem Mittwoch alle 16 Endrunden-Starter den Ernstfall.

Beim deutschen Gruppengegner Kroatien hängt der Haussegen schief. „Sie wollen von uns Resultate wie Argentinien und Brasilien, doch wir haben Bedingungen wie Andorra“, kritisierte Nationaltrainer Slaven Bilic seinen Fußball-Verband. Denn er konnte beim Training in Motherwell für das Schottland-Spiel gerade mal sechs Spieler in Empfang nehmen. 78 Tage vor dem EM-Vorrundenduell mit der deutschen Mannschaft waren mehrere Asse noch mit Werbeaufnahmen für einen Verbands-Sponsor beschäftigt, statt sich profigerecht auf den Härtetest in Glasgow vorzubereiten.

Der zweite deutsche Gruppen-Widersacher Österreich trifft in Wien auf die Niederlande. Polen, am 8. Juni Auftakt-Gegner der deutschen Mannschaft, empfängt die USA in Krakau. Und während Europameister Griechenland zum Härtetest in Düsseldorf gegen Portugal antritt, bestreiten in Elche Spanien und Weltmeister Italien die Spitzenpartie des Tages.

Im Mittelpunkt steht aber ein Mann, der mit England gar nicht beim Turnier in Österreich und der Schweiz dabei ist: David Beckham will in Saint Denis gegen Gastgeber Frankreich sein 100. Länderspiel bestreiten. Nachdem der Mittelfeldstar von Los Angeles Galaxy bei Fabio Capellos Einstand als Nationaltrainer wegen mangelnder Fitness noch gefehlt hatte, fieberte „The Sun“ der Rückkehr des „All-Mächtigen“ entgegen. „The Mirror“ erwartet einen „Becks de Triomphe“.

„Ebenso wichtig wie diesen Meilenstein in der Karriere eines England-Fußballers zu erreichen ist für mich, dass ich weitermache“, sagte der 32-Jährige. Er wäre nach Peter Shilton (125), Bobby Moore (108), Bobby Charlton (106) und Billy Wright (105) der fünfte Engländer im 100er-Club.