HAMBURG - Nach der „schönsten Niederlage“ der Clubgeschichte ist beim Fußball-Bundesligisten Hamburger SV der Traum vom ersten Titel seit 22 Jahren voll entfacht. „Nachdem wir in drei Wettbewerben so weit gekommen sind, wollen wir am Ende auch etwas in Händen halten“, sagte Trainer Martin Jol nach dem Erreichen des Uefa-Pokal-Halbfinals. Er machte aber vor den hanseatischen Fußball-Festwochen mit vier Spielen gegen Werder Bremen in Europacup, DFB-Pokal und Meisterschaft auch klar: „Wichtig ist, dass wir im Mai nicht mit leeren Händen dastehen.“

Dass dem HSV dabei gerade der Nordrivale aus Bremen zum Schicksalsgegner wird, erachtet Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer als „total egal“. Ähnlich sieht es Jol, der vor dem Auftakt der Werder-Wochen im Halbfinale des DFB-Pokals am Mittwoch (20.30 Uhr/ZDF) versprach: „Dann sind wir alle wieder mit hundert Prozent bei der Sache.“

„Bremen ist ein ganz schwerer Gegner, und der Derbycharakter gibt diesen Begegnungen noch einen besonderen Reiz“, sagte Hamburgs Nationalspieler Marcell Jansen. Er vermutet, dass die entscheidenden Partien in der Schlussphase auch eine Frage der Kondition werden könnten: „Wir dürfen uns nicht zurücklehnen und müssen in jedem Spiel Extrakräfte mobilisieren“, so der Abwehrspieler.

Zeit zur Regeneration bleibt dem HSV nach dem 1:2 bei Manchester City im Viertelfinal-Rückspiel des Uefa-Pokals, das bis zu 7,21 Millionen Fans (Marktanteil 18,1 Prozent) am Fernseher verfolgten, kaum. Schon an diesem Sonntag (17 Uhr) ist der Bundesliga-Dritte im Punktspiel gegen Hannover 96 erneut gefordert.

Doch gerade aus der Niederlage in England, die dank des 3:1 im Hinspiel zum Weiterkommen reichte, zog Jol Positives. „Die Mannschaft ist dadurch stärker geworden. Sie hat gesehen, dass sie sich nicht vor großen Namen verstecken muss.“

Hannover 96 plagen derweil Personalprobleme. Leon Andreasen (Grippe), Altin Lala (Zerrung) und Jacek Krzynowek (Knie) drohen auszufallen. Auch Jan Rosenthal (Oberschenkel) und Hanno Balitsch (Rücken) sind fraglich. Positive Signale sendete dagegen Jiri Stajner. Der 32-jährige Tscheche verlängerte seinen Vertrag bei den „Roten“ um zwei Jahre.

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