HAMBURG - Um 10.20 Uhr verließ Armin Veh am Sonntag die Katakomben des HSV-Stadions. Abfahrt vom Hamburger SV. „Ich sage heute nichts. Kein Kommentar. Das wäre ja noch mal schöner“, war das Einzige, was der 50-Jährige sich noch abrang. Einen Tag nach dem 0:6-Debakel bei Bayern München trennte sich der Fußball-Bundesligist vom Chefcoach und beorderte dessen Assistenten Michael Oenning in die Verantwortung. Neuer Co-Trainer wird Rodolfo Esteban Cardoso. Neben Veh musste auch Co-Trainer Reiner Geyer gehen.

„Aufgrund des schon feststehenden Abschiedes und des Einbruchs in den letzten beiden Spielen hat der Vorstand entschieden, sich mit sofortiger Wirkung von Armin Veh zu trennen“, erklärte Sportdirektor Bastian Reinhardt: „Oenning hat die Chance, sich zu präsentieren.“

Veh, der zuvor schon angekündigt hatte, den Club im Sommer zu verlassen, ist nun ein weiterer Trainer, der seinen Vertrag beim HSV nicht erfüllen durfte oder wollte. Zumindest bezüglich häufiger Trainerwechsel bleibt sich der Club treu.

Torhüter Frank Rost redete sich derweil nach dem Debakel in München den Frust von der Seele und attackierte insbesondere Vorstandschef Bernd Hoffmann, dessen zum Jahresende auslaufender Vertrag nicht verlängert wird. „Beim HSV ist vieles im Argen. Ich muss die Dinge aktiv regeln. Stellen Sie sich mal vor, jeder Spieler, bei dem der Vertrag ausläuft, macht jetzt Urlaub“, sagte Rost giftig in Anspielung auf den Skiurlaub des Vereinschefs, den dieser wegen der Veh-Beurlaubung unterbrochen hatte. Rost bemängelte die fehlende Einheit im Verein, Hoffmann und Co. würden „ihre persönlichen Egoismen immer in den Vordergrund stellen“.

„Ich habe die Äußerungen zur Kenntnis genommen“, erwiderte Hoffmann knapp. Reinhardt kündigte Konsequenzen für den Torhüter an.