HAMBURG - Die Trophäe für seine überragende Leistung holte sich Collin Benjamin persönlich ab. Der Abwehrspieler des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV ging nach dem glanzvollen 3:1 (1:1)-Heimsieg im Viertelfinal-Hinspiel des Uefa-Pokals gegen Manchester City in die Gäste-Kabine und sicherte sich das Trikot von Robinho. In den 90 Minuten zuvor hatte der Namibier den Stürmer-Weltstar fast vollständig abgemeldet.

„Ich habe versucht, immer vor ihm am Ball zu sein“, verriet Benjamin, der stets einen Schritt schneller als der brasilianische Nationalspieler (59 Länderspiele) war, sein Erfolgsrezept. Nur einmal ist der Weltmeister von 2006 dem 30-Jährigen entwischt: Bei Manchesters 1:0 nach nur 35 Sekunden durch Stephen Ireland startete Robinho durch und flankte unbedrängt. „Er sieht zwar klein aus, ist aber ein Kraftpaket“, entschuldigte Benjamin seinen einzigen Fehler.

Die Tore von Joris Mathijsen (9.), Piotr Trochowski (63., Handelfmeter) und Paolo Guerrero (79.) wetzten diese Scharte jedoch aus. Die Aussicht auf den Halbfinaleinzug ist vor dem Rückspiel am Donnerstag damit glänzend.

„Es ist möglich, aber daran denkt derzeit keiner“, fokussierte Mathijsen den Blick auf das nächste schwere Bundesligaspiel an diesem Sonntag (17 Uhr) in Stuttgart. „Beim VfB müssen wir unsere Leistung bestätigen“, forderte auch Piotr Trochowski.

Eine Steigerung ist derweil in der Offensive nötig. „Es ist immer noch ein Problem, dass wir nicht produktiv genug sind“, bemängelte HSV-Trainer Martin Jol: „Bei so vielen guten Chancen, die wir sie gegen Manchester hatten, muss man einfach mehr Tore schießen.“

Die Abwehr mauserte sich dagegen zum Prunkstück. „Unser Selbstvertrauen stimmt. Daher bringen wir momentan auch konstante Leistungen“, begründete Innenverteidiger Michael Gravgaard, warum die Viererkette trotz einer erneuten Umstellung aufgrund von Verletzungsproblemen dicht hielt.

Sieben Spieler sind nicht fit. Das zehrt bei den übrigen HSV-Profis an der Kraft. Doch auch dagegen haben die Hamburger ein Rezept gefunden: „Wir haben so dominant gespielt, dass wir durch geschicktes Ballverschieben im Mittelfeld Kräfte sparen konnten“, sagte Marcell Jansen – denn die nächste Trophäe soll die Meisterschale sein.