Hamburg - „Wir stehen mit dem Rücken nicht mehr an der Wand, sondern in der Wand.“ Dieser Spruch von Uwe Seeler ist zwar schon etwas in die Jahre gekommen, er stammt aus der Zeit, als „Uns Uwe“ Präsident des Hamburger SV war.

Und dennoch ist Seelers Standortbeschreibung für den Bundesliga-Dino wieder einmal aktueller denn je. Diesmal rechnet das Club-Idol aber nicht mehr mit dem Fußball-Wunder von der Elbe. Es sei „schwer zu glauben, dass der HSV das noch schafft“, sagte der 81-Jährige nun.

Vorletzter, fünf Punkte Rückstand auf Mainz auf dem Relegationsrang bei nur noch fünf ausstehenden Spielen – trotz der scheinbar aussichtslosen Lage wollen sie beim HSV im Gegensatz zu Seeler noch an ihre Restchance glauben und „das Unmögliche möglich machen“, wie Lewis Holtby zuletzt sagte. Nach dem 3:2 gegen Schalke 04 ist die Hoffnung zurückgekehrt und Aaron Hunt forderte eine kleine Serie, um Mainz, Wolfsburg und Freiburg weiter unter Druck zu setzen.

Der Sieg gegen Schalke dürfe „nur ein Anfang“ gewesen sein, sagte der 31-Jährige. Bei 1899 Hoffenheim (Samstag, 15.30 Uhr) sollten die Hanseaten nun unbedingt nachlegen.

„Wir müssen unsere Punkte holen, an der Ausgangsposition hat sich nichts verändert“, sagte Trainer Christian Titz am Donnerstag. Das Schalke-Spiel habe seinem Team wieder „mehr Glauben, mehr Selbstvertrauen“ für das Wunder Klassenerhalt gegeben.

Gegen Hoffenheim kann Titz auch auf den zuletzt angeschlagenen Tatsuya Ito zurückgreifen. „Er hat im Training keine Probleme mehr gehabt und voll mitgemacht“, sagte Titz über den kleinen Japaner, der gegen Schalke überzeugt hatte. Für den gelbgesperrten Kyriakos Papadopoulos dürfte wieder Gideon Jung in die Innenverteidigung rücken.

Indes hat der HSV den 21-jährigen Innenverteidiger David Bates verpflichtet. Der Abwehrspieler kommt ablösefrei von den Glasgow Rangers und erhält nach HSV-Angaben einen Vierjahresvertrag, der sowohl für die erste als auch die zweite Liga gültig ist.