HAMBURG - Es kann wieder passieren. Dafür kennt Paolo Guerrero sich selbst gut genug. Er weiß, dass er ein Krieger ist. Einen weiteren Ausraster wie seinen brutalen Tritt vor acht Wochen gegen Stuttgarts Torhüter Sven Ulreich möchte er deshalb nicht ausschließen. „Dafür sind in Bundesliga-Partien zu viele Emotionen im Spiel“, sagt der Torjäger. Im Spiel gegen Mainz 05 an diesem Sonnabend (15.30 Uhr) will er sich erst einmal seinen sportlichen Platz in den Bundesliga-Jahrbüchern sichern.

Guerrero, der zusammen mit Mladen Petric das Sturmduo bilden wird, soll den Hamburger SV zum Klassenerhalt schießen. Denn mit einem Sieg gegen die Rheinhessen wäre der Ligaverbleib perfekt. Sollte der 1. FC Köln sein Gastspiel beim bereits geretteten SC Freiburg nicht gewinnen, können sich die HSV-Fußballer sogar eine Niederlage erlauben.

Guerrero ist heiß auf sein Comeback: „Mir fehlte der Wettkampf, das Adrenalin, und ich war traurig, dem Team nicht helfen zu können“, sagt er. Auch sein Sturmpartner Petric freut sich: „Er hat uns in den letzten Wochen sehr gefehlt“, weiß er um die Bedeutung des Torjägers für den Club.

Verzichten muss HSV-Trainer Thorsten Fink gegen Mainz auf Torwart Jaroslav Drobny. Der 32-jährige Tscheche hatte sich im Spiel in Nürnberg (1:1) eine schmerzhafte Beckenprellung zugezogen. Drobny musste das Abschlusstraining wegen zu starker Schmerzen abbrechen. Für ihn wird der 34-jährige Sven Neuhaus spielen.

Am größten ist die Abstiegsnot bei Aufsteiger Hertha. Neben den Berlinern droht auch den Kölnern der Knockout. Dagegen ist die Konstellation für den lange Zeit als sicherer Absteiger gehandelten FC Augsburg vergleichsweise komfortabel. Bei sechs Zählern Vorsprung auf Hertha und der deutlich besseren Tordifferenz kommt der Aufsteiger nur noch theoretisch als zweiter direkter Absteiger infrage.

Die von Trainer Otto Rehhagel im Trainingslager kasernierten Berliner sind auf Schützenhilfe angewiesen. „Wir müssen der Situation unter unheimlichem Druck gerecht werden. Ich glaube an die Rettung“, gibt sich Rehhagel kämpferisch. Die Berliner bekommen es im Auswärtsspiel mit Schalke 04 zu tun, das seinen dritten Platz und so die direkte Qualifikation für die Champions League noch nicht sicher hat. Im Vergleich dazu scheint die Aufgabe der Kölner eine leichte zu sein.