HAMBURG - In dem Nord-Derby zeigten sich die Hamburger nicht Championsliga-tauglich. Paolo Guerrero forderte „so weiter zu machen.“

Von Olaf Ulbrich

HAMBURG - Es war die Quittung für eine enttäuschende Vorstellung: Ein lautes Pfeifkonzert hat die Fußball-Profis vom Hamburger SV nach dem mageren 0:0 im Bundesliga-Nordderby gegen Hannover 96 in die Kabine begleitet. Dabei hatten sich die Hamburger so viel vorgenommen. Endlich wollten sie ihren ersten Heimsieg seit dem 9. April (2:0 gegen Mönchengladbach) einfahren.

Nach den erfolglosen Wochen bedankte sich das Team vor dem Anpfiff bei den Fans mit einem großen blau-weißen Banner: „Ihr seid die Größten“. Im Nachhinein mutet dieser Treueschwur wie eine Durchhalteparole an. Mit ihrem Auftritt in der Hamburger WM-Arena verprellten sie selbst die treuesten Fans. Zeitweise war es mucksmäuschenstill im Stadion, die einzigen „HSV-Rufe“ ließen die Fans aus Hannover los.

Mit hängenden Köpfen schlichen die Hamburger vom Platz und ließen die wartenden Journalisten grußlos stehen. „In der Kabine herrscht miese Stimmung“, verriet HSV-Trainer Thomas Doll. Nach dieser kurzen Bedenkpause stellten sich aber doch einige Akteure den Fragen.

„Wir hatten einiges wieder gut zu machen. Aber das war zu wenig“, waren sich Piotr Trochowski, Paolo Guerrero und Torwart Sascha Kirschstein einig, um dann aber gleich wieder Durchhalteparolen loszulassen. „Wichtig war, dass wir mal wieder zu Null gespielt haben“, meinte Nationalspieler Trochowski, und der Keeper ergänzte: „Das war eine Erlösung. Wir haben weniger Chancen zugelassen. Uns hat nur das Quäntchen Glück zum Sieg gefehlt.“ Guerrero meinte gar: „So müssen wir weitermachen.“

Dennoch: Championsliga-tauglich ist der HSV noch nicht. Bis zum Heimspiel gegen den FC Porto am Mittwoch (20.45 Uhr/DSF) „haben wir noch viel Arbeit vor uns“, sagte Doll und meinte damit vor allem die Chancenverwertung. Selbst beste Einschussmöglichkeiten ließen die Hamburger aus. 18 Torschüsse landeten im Aus oder wurden Beute des glänzenden 96-Keepers Robert Enke. Fünf davon versiebte alleine Guerrero.

„Jeder Spieler ist nun in der Pflicht, den Fans, die monatelang hinter uns gestanden haben, etwas zurück zu geben“, schwant Doll, dass die HSV-Anhänger eine weitere Heimniederlage nicht hinnehmen werden.