HAMBURG - Kaum haben sich beim Hamburger SV die Wogen nach dem Wechsel-Theater um Kapitän Rafael van der Vaart gelegt, braut sich beim Fußball-Bundesligisten neuer Ärger zusammen. Die „Woche der Wahrheit“ bei den Hanseaten begann am vergangenen Freitag in Bochum mit einer 1:2-Niederlage. Der kollektive Ausfall in der Abwehr, im Mittelfeld und im Sturm verärgerte HSV-Trainer Huub Stevens so sehr, dass er seinen Profis nach dem Abpfiff in der Kabine eine minutenlange Strafpredigt hielt und sich selber später dazu überhaupt nicht mehr äußerte.

An diesem Donnerstag (20.30 Uhr/NDR) haben die Hamburger im Rückspiel der Uefacup-Qualifikation gegen Honved Budapest die erste Chance zur Rehabilitation. „Das Hinspiel-Ergebnis ist gefährlich. Mit einem 1:1 sind wir draußen. Wir müssen gewinnen“, warnt Stevens angesichts des 0:0 vor zwei Wochen. Am Sonntag (17 Uhr) reist dann der deutsche Rekordmeister Bayern München an die Elbe. HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer wartet auf eine Reaktion der Mannschaft: „Wir wollen ein wichtiges Zeichen setzen, um die Saison positiv zu gestalten.“

Entscheidend wird sein, dass van der Vaart seine Normalform zurückfindet. In Bochum trabte der Niederländer zumeist lustlos über den Platz und war nur bei seinem verwandelten Elfmeter zum 1:2 agil. Nun will sich van der Vaart aber wieder voll auf den HSV konzentrieren. „Ich bin froh, dass jetzt klar ist: ich bleibe. Ich hoffe auf eine schöne Saison“, sagte der umworbene Spielgestalter.

Nicht mit von der Partie gegen Honved ist Nigel de Jong nach zwei Gelben Karten. Für ihn rückt vor die Abwehr Innenverteidiger Vincent Kompany, dessen Position Bastian Reinhardt einnimmt. Reinhardt kann sich schon einmal einspielen, denn am Sonntag muss er auch gegen Bayern München den gesperrten Kompany ersetzen. Guy Demel leidet noch an den Folgen einer Magen-Darm-Grippe. Wird er nicht fit, könnte Miso Brecko spielen.