HAMBURG - Das Signal des Trainerwechsels beim Hamburger SV bewirkte kleine Wunderheilungen. War der Einsatz von Ze Roberto (Wadenzerrung), Ruud van Nistelrooy (Probleme am Hüftbeuger) und Guy Demel (Knieverletzung) bis zum Ende des Intermezzos von Bruno Labbadia fraglich, so tummelte sich das Trio am Tag danach auf dem Rasen.

Offensichtlicher konnten die Profis zwei Tage vor dem Halbfinal-Rückspiel an diesem Donnerstag (21.05 Uhr/Sat  1) in der Europa League beim FC Fulham (Hinspiel 0:0) nicht demonstrieren, wie sehr sie Labbadias Abschied herbeigesehnt hatten. Motivator Ricardo Moniz musste ihnen gar keine Beine machen – sie kamen von selbst und scheinen nur ein Ziel zu kennen: das Finale am 12. Mai im Hamburger Volkspark.

Mehr noch hofft Vorstandschef Bernd Hoffmann (47) auf den Einzug ins Endspiel und den Triumph im eigenen Stadion. Nur der silberne Pokal und die Party am 13. Mai auf dem Rathausmarkt können die vielen Kritiker nach der sechsten Entlassung eines Übungsleiters in Hoffmanns siebenjähriger Amtszeit etwas milder stimmen.

Noch hält der HSV-Vorstandsvorsitzende dagegen: Die Mannschaft sei in den vergangenen sieben Jahren von Platz 98 der Europa-Rangliste auf Platz 12 vorgeprescht, führte der ehemalige Sportfive-Manager gegen seine Gegner an, die ihm fehlenden Fußball-Verstand und Stallgeruch vorwerfen.

Mit einer Gesamtinvestition in den Spielerkader von bisher 128,5 Millionen Euro in seiner Ära will der gebürtige Leverkusener in fünf Jahren zu den zehn besten Teams Europas zählen. Jetzt aber droht nach fünf Jahren im internationalen Geschäft ein Rückschlag für den Bundesliga-Siebten.

Ein erfahrener Trainer mit gewachsener Autorität soll das HSV-Schiff nun wieder auf Kurs bringen. Der angeblich schon mit Wolfsburg einig gewordene Gérard Houllier (früher FC Liverpool), Enschede-Coach Steve McClaren und sogar Jürgen Klinsmann werden als Kandidaten gehandelt.