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NWZonline.de Sport Fußball

Lautsprecher fordert Leisetreter heraus

14.02.2018

Hamburg Comeback oder Kontinuität? Lautsprecher oder Leisetreter? Bernd Hoffmann oder Jens Meier? Mitten in der schweren sportlichen Krise tobt beim Hamburger SV ein Machtkampf um das Präsidentenamt. Ex-Vereinsboss Hoffmann drängt zurück an die Clubspitze und fährt vor dem Wahl-Showdown am Sonntag schwere Geschütze auf.

„Wenn man das regelmäßige Spielen um Platz 15 bis 17 und jedes Jahr 15 bis 20 Millionen Euro Verlust für eine kontinuierliche Entwicklung hält, dann kann man sagen: ,Weiter so’“, sagte Hoffmann und sprach von einer „dramatischen wirtschaftlichen“ Lage bei seinem früheren Arbeitgeber. Der HSV werde „ein großes Problem damit haben, für nächstes Jahr eine Erst- oder Zweitligalizenz zu bekommen“.

Mit seinen öffentlichkeitswirksamen Aussagen läutete Hoffmann, von 2003 bis 2011 Vorstandsvorsitzender der Hamburger, den Endspurt eines wochenlangen Wahlkampfes ein, der an diesem Sonntag entschieden wird. Wenn die HSV-Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung über den Clubpräsidenten des Gesamtvereins abstimmen, geht es auch um die Grundsatzfrage: Neuausrichtung unter Lautsprecher Hoffmann oder Kontinuität unter Leisetreter Meier. Der HSV e.V. ist mit 76,19 Prozent größter Anteilseigner der HSV Fußball AG. Zum Vergleich: Investor Klaus-Michael Kühne hält 20,57 Prozent der Anteile.

Amtsinhaber Meier, der dem HSV seit Januar 2015 vorsteht und mit seiner pragmatischen Art vor allem nach innen wirkt, liegt neben der HSV Fußball AG vor allem die Entwicklung des Gesamtvereins am Herzen. Herausforderer Hoffmann will bei einer Wahl dem Vernehmen nach auch Aufsichtsratschef der Fußball AG werden und sich stärker in die Belange der Profis einmischen. Der 55-Jährige kokettiert gern mit den sportlichen Erfolgen seines achtjährigen Engagements, in das die letzten Auftritte in der Champions League und in der Europa League fallen. „Wir hatten eine erfolgreiche Zeit mit fast 80 Europapokalspielen“, sagte Hoffmann. Auch wirtschaftlich habe er „einen gut aufgeräumten Verein hinterlassen“. Seitdem habe es 150 neue Spieler und 15 verschiedene Trainer gegeben.

Meier lassen die verbalen Angriffe seines Widersachers kalt. „Ich finde es ziemlich vermessen, dass jemand kommt, der sieben Jahre raus war, nun sagt, das kann ich alles besser“, sagte der 51-Jährige. Meier selbst ist seit zehn Jahren Vorsitzender der Geschäftsführung des Hamburger Hafens. Im Bereich Profifußball setzt er auf eine erfolgreiche Nachwuchsarbeit. „Wir wollen die Spieler selbst entwickeln und von schnellen, teuren Entscheidungen wegkommen“, sagte das Club-Oberhaupt, das qua Amt auch im HSV-Aufsichtsrat sitzt.