HAMBURG - Für Kevin Kuranyi ist erneut eine Welt zusammengebrochen – auch die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika bleibt für den Schalker Torjäger unerreichbar. Nach der kurzfristigen Ausbootung von 2006 durch Jürgen Klinsmann haben dieses Mal 18 Bundesliga-Tore und viel Prominenten-Zuspruch Kuranyi nicht zum erhofften Comeback in der deutschen Nationalmannschaft verholfen.
Löw sagt telefonisch ab
„Wie jeder Fußballer habe ich schon als kleines Kind davon geträumt, an einer Weltmeisterschaft teilnehmen zu dürfen. Dieser Traum ist jetzt bereits zum zweiten Mal geplatzt“, kommentierte Kuranyi am Montag „sehr traurig“ Löws Absage, die ihm der Bundestrainer zuvor in einem Telefonanruf mitgeteilt hatte.
Für Löw habe der Vorfall im Oktober 2008, als Kuranyi die deutsche Mannschaft aus Frust über die Nichtberücksichtigung für das WM-Qualifikationsspiel gegen Russland in Dortmund (2:1) eigenmächtig verlassen hatte, „keine Rolle mehr gespielt“. Dennoch strich er den Schalker Stürmer endgültig aus seinen WM-Überlegungen. Er sei mit seinem Trainerteam zu dem Ergebnis gekommen, „dass wir taktisch und personell andere Vorstellungen für die Zusammenstellung des WM-Aufgebots haben“. Dies habe er Kuranyi, „der eine starke Saison gespielt hat und den ich für einen charakterlich einwandfreien Profi halte, in aller Offenheit erörtert“, teilte der Bundestrainer mit.
Mitleid von Magath
„Es ist schade für Kevin. Er hat eine starke Saison für den FC Schalke gespielt, und ich hätte ihm eine WM-Teilnahme gegönnt“, sagte Kuranyis Vereinstrainer Felix Magath. Kritisch sieht Ex-Nationalspieler Karl-Heinz Förster, der Kuranyi zusammen mit Roger Wittmann berät, die Begründung der Ausbootung seines Schützlings mit taktischen Überlegungen: „Kevin kann mit jedem Stürmer und in jedem System spielen. Das hat er schon oft bewiesen.“
Löw wird seinen zunächst erweiterten WM-Kader von mehr als 23 Akteuren am Donnerstag in Stuttgart benennen.
Vor dem „Sommermärchen“ 2006 hatten Klinsmann und sein damaliger Assistent Löw den Angreifer wegen unprofessioneller Einstellung in letzter Minute aus dem WM-Kader gekippt.
Keine bösen Worte
Am für Schalke trainingsfreien Montag zog sich Kuranyi, dessen Zukunft auf Vereinsebene unklar ist, mit viel Frust im Bauch zurück. Allerdings verzichtete der 52-malige Nationalspieler (19 Tore), der bei den Europameisterschaften 2004 und 2008 dabei war, auf böse Worte.
Er habe sein Bestes gegeben. Das habe leider nicht gereicht. „Aber das ist eine Entscheidung des Bundestrainers, die ich akzeptiere und respektiere.“
hat in dieser Saison schon 18-mal getroffen. Von den Stürmern, die bei der WM für Deutschland spielen könnten, war bisher nur einer erfolgreicher:
(Bayer Leverkusen): 21 Tore.(Schalke 04): 18 Tore.(Bayern München): 13 Tore.(VfB Stuttgart): 12 Tore.(Bayern München): 10 Tore.(Bayern München): 3 Tore.(1. FC Köln): 2 Tore.
