HAMBURG - Interimstrainer bis zum Saisonende 2010, kam 2008 zum HSV. Bruno Labbadia 1. Juli 2009 bis 26. April 2010. Martin Jol 1. Juli 2008 bis 26. Mai 2009. Huub Stevens 2. Februar 2007 bis 30. Juni 2008. Thomas Doll 19. Oktober 2004 bis 31. Januar 2007. Klaus Toppmöller 23. Oktober 2003 bis 17. Okt. 2004 Kurt Jara 4. Oktober 2001 bis 22. Oktober 2003. Holger Hieronymus 18. September 2001 bis 3. Oktober 2001. Frank Pagelsdorf 1. Juli 1997 bis 17. Sept. 2001. Ralf Schehr 19. Mai 1997 bis 30. Juni 1997. Felix Magath 6. Oktober 1995 bis 18. Mai 1997. Benno Möhlmann 23. September 1992 bis 5. Oktober 1995. Egon Coordes 12. März 1992 bis 21. Sept. 1992. Gerd-Volker Schock 5. Jan. 1990 bis 10. März 1992. Willi Reimann 11. November 1987 bis 4. Jan. 1990. Josip Skoblar 1. Juli 1987 bis 9. November 1987. Ernst Happel 1. Juli 1981 bis 30. Juni 1987.
Als Bruno Labbadia im Sommer 2009 zum Hamburger SV kam, sollte eine neue Ära beginnen. Zu Ehren des einstigen HSV-Profis (1987 bis 1989) änderte Stadionsprecher Lotto King Karl eigens den Text der Vereinshymne „Hamburg, meine Perle“. Die Zeile „ . . . wenn Du aus Leverkusen kommst, dann bring den Bruno zurück nach Hause“ sangen aber zuletzt nur noch wenige Fans mit.
Für 1,3 Millionen Euro von Bayer losgeeist und ausgestattet mit einem Dreijahresvertrag, sollte Labbadia den HSV zurück zum Ruhm der 70er- und 80er-Jahre führen. Am Montag zog der Club nach den desolaten Auftritten gegen Hannover (0:0), Mainz (0:1) und Hoffenheim (1:5) die Notbremse und entließ den 44-jährigen Fußballlehrer.
Zugleich ist aber auch der Vorsitzende Bernd Hoffmann gescheitert. Mit Labbadia wollte er die ständigen Trainerwechsel beenden. Fünf Übungsleiter hatte der seit 2003 amtierende Hoffmann zuvor schon verpflichtet. In Techniktrainer Ricardo Moniz, der das Team bis zum Saisonende betreut, folgt nun der siebte. Der Niederländer – im Sommer 2008 mit Martin Jol an die Elbe gekommen – soll den HSV an diesem Donnerstag (21.05 Uhr/Sat 1) im Halbfinal-Rückspiel in der Europa League beim FC Fulham zum Sieg führen.
„Wir wollten mit Bruno den Kreislauf durchbrechen“, gab Hoffmann zu. Das ist misslungen. Deshalb muss auch er seine Arbeit hinterfragen. Sein Einfluss innerhalb des Clubs schrumpft. Schon bei der Verpflichtung des unerfahrenen Trainerneulings Labbadia war er auf Widerstände aus dem Aufsichtsrat gestoßen.
Ohne Zweifel: Labbadia verfügt über eine hohe fachliche Kompetenz. Er ist ein akribischer Arbeiter. Das imponierte Hoffmann. Doch im Umgang mit den Spielern fehlt Labbadia scheinbar die Methodik. Binnen kurzer Zeit verscherzte er es sich – wie schon in Leverkusen – mit den Leistungsträgern. In der Mannschaft hat Labbadia so die Führung verloren, die Kommunikation war gestört. Das spiegelte sich auch auf dem Platz wider.
Nun geht die Trainersuche wieder von vorne los. Die Gerüchteküche brodelt bereits. Joachim Löw soll ein Kandidat sein. Das dementierte Hoffmann prompt. Er ist besonders gefordert. Denn mit dem achten Trainer wird auch über seine Zukunft entschieden. Durch das „Bauernopfer“ Labbadia hat sich Hoffmann gerettet – zumindest vorerst. Beim nächsten Fehlgriff muss er selbst gehen.
