HAMBURG - Es scheint ein Fluch auf Bruno Labbadia zu liegen. Jeweils am Saisonende knickt sein Team ein und verspielt alle Titelchancen. Mit dem Zweitligisten Greuther Fürth verpasste der Fußballlehrer den Aufstieg. Bei seinem Erstliga-Debüt als Coach von Bayer Leverkusen stürzte er vergangene Saison sogar noch aus den Europapokal- Rängen, nachdem seine Mannschaft lange an der Tabellenspitze gethront hatte.
Gleiches droht ihm nun mit dem Hamburger SV. Angesprochen auf sein Problem in der zweiten Halbserie, blockte Labbadia imNWZ
-Interview vor Saisonbeginn ab. „Ich bin nicht nervös. Unser Ziel ist, dass wir uns für den internationalen Wettbewerb qualifizieren“, wechselte er flugs das Thema. Doch genau dieses hat ihn nun, 28 Spieltage später, wieder eingeholt.Der Club-Vorsitzende Bernd Hoffmann stellte sich am Montag demonstrativ vor seinen Angestellten: „Wir führen keine Trainerdiskussion.“ Noch nicht. Denn auf die Frage, ob Labbadia auch nach dem Sommer an der Elbe arbeitet, antwortete Hoffmann: „Es ist sicher – Stand jetzt.“
Um den Negativlauf zu stoppen, zitierte Labbadia sein Team zum Rapport. „Es war eine Aussprache mit allen Beteiligten“, berichtete Ze Roberto von der „sehr intensiven und lebendigen“ einstündigen Aussprache. Die Mannschaft habe ein sehr offenes und konstruktives Gespräch geführt und sei gestärkt aus der Krisensitzung hervorgegangen. Ze Roberto: „Viele denken, der HSV ist tot. Aber das werden wir verhindern.“
Die Nagelprobe treten die Hamburger diesen Donnerstag (21.05 Uhr/Sat 1) im Viertelfinal-Hinspiel der Europa League gegen Standard Lüttich an. „Ich erwarte einen komplett anderen Auftritt als am Sonntag“, forderte Hoffmann Wiedergutmachung für den desolaten Auftritt in Mönchengladbach (0:1).
Eine gute Nachricht gab es am Montag aber auch: Nationalspieler Marcell Jansen wird nach seinem Riss des Syndesmosebandes nicht operiert. Ein Einsatz in dieser Saison ist aber ausgeschlossen. Ob er mit zur WM nach Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) fahren kann, ist jedoch fraglich.
Hamburgs nächster Bundesligagegner Hannover 96 bezieht vor dem Spiel am Ostersonntag (17.30 Uhr) indes ein Trainingslager in Bad Segeberg. Trainer Mirko Slomka will dort einen Kader aufstellen, „der bis zum Saisonende durchs Feuer gehen soll“.
