HAMBURG - Eigentlich spricht Ze Roberto ganz gut deutsch. In diesen unruhigen Zeiten beim Hamburger SV, in denen jedes Wörtchen auf die Goldwaage gelegt wird, bedient er sich allerdings eines portugiesischen Dolmetschers. Der 35-Jährige selbst redet nicht viel – lediglich zum jeweiligen Spielgeschehen gibt es ein paar Sätze von dem Vier- Millionen-Euro-Stareinkauf des Sommers 2009. Wohin es ihn möglicherweise im Sommer hinzieht – dazu schweigt der Brasilianer beharrlich.

„Ein Wechsel ist kein Thema“, sagte der 35-jährige Fußballer. Er habe noch große Ziele mit dem HSV, zudem sei seine Familie gerade erst von München in den Norden nachgezogen. Der gläubige Familienmensch Ze Roberto betont zudem, dass er seine Kinder nicht aus dem deutschen Schulsystem heraus nehmen wolle.

Der Arbeitsvertrag des Hamburger Führungsspielers läuft zwar noch bis 2011. Doch beobachtet man ihn als Nebenmann von Kapitän David Jarolim vor der Abwehr über 90 Spielminuten, scheint ihm die Lust auf eine Erfüllung seines Engagements im kühlen Norden komplett verloren gegangen zu sein. Die nimmermüde Energie des steten Antreibers seiner Vorderleute flackert nach nur zehn Monaten beim Bundesliga-Siebten nur noch selten auf.

Hängt es nur damit zusammen, dass er stinkig ist auf Trainer Bruno Labbadia, der ihm nach seiner Knöchel- Operation die Regenerationsphase in der Heimat untersagte und im Januar schleunigst in kalte Gefilde zurückbeorderte? Der ehemalige Bayern- Akteur entschuldigte sich medienwirksam für sein Zuspätkommen, das so eigentlich gar nicht zu dem durchtrainierten Techniker passte. Doch warm geworden ist er danach nicht mehr mit seinem jungen Coach. Er empfindet es als Beleidigung, sich von dem nur neun Jahre älteren Chef herumkommandieren zu lassen.

Labbadia hat für Ze Robertos Leistungsabfall eine andere Erklärung: „Dass er nicht mehr diese Lockerheit hat, ist nachzuvollziehen und keine Überraschung. Er hat nicht diese Substanz und Form – er war drei Monate verletzt.“