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NWZonline.de Sport Fußball

Hsv Scheitert Erneut: Vom unabsteigbaren Bundesliga-„Dino“ zum unaufsteigbaren „Hamburger Spott-Verein“

30.06.2020

Hamburg Bis vor zwei Jahren galt der HSV als „unabsteigbar“. Wir erinnern uns: Der zu Image-Zwecken selbsterklärte Bundesliga-„Dino“ war der bis dato letzte Fußball-Club, der seit Bundesliga-Gründung 1963 noch nie nicht erstklassig gespielt hatte und sogar eine Uhr im Stadion installiert hatte, auf der die Erstligazugehörigkeit gemessen wurde.

Nach dem zweiten kläglich gescheiterten Anlauf in die Bundesliga ist der große HSV nun mehr denn je zum „Hamburger Spott-Verein“ geworden, aus unabsteigbar wurde unaufsteigbar. Zudem muss der Club am Tiefpunkt seiner Vereinsgeschichte und vor der dritten Mission Wiederaufstieg den nächsten Umbruch starten. Selbst der als Heilsbringer geholte Trainer Dieter Hecking scheint nicht mehr völlig unantastbar zu sein. „Wir haben das als großes Ganzes angefangen – und genau so sind wir jetzt als großes Ganzes gescheitert“, räumte der 55-Jährige nach dem 1:5-Heim-Debakel gegen den SV Sandhausen zerknirscht ein.

Haarsträubende Fehler

Da sich sein Vertrag nur beim Aufstieg automatisch verlängert hätte, muss eine Analyse mit Sportvorstand Jonas Boldt und Aufsichtsratschef Marcell Jansen zeigen, ob die Zusammenarbeit – wie bisher allseits gewünscht – tatsächlich fortgesetzt wird. „Jetzt muss man gucken, ob wir dieses große Ganze wieder so aufstellen können, dass alle das Gefühl haben: Es kann im nächsten Jahr klappen“, betonte Hecking.

Als im vergangenen Jahr „das gesamte Sportsystem kollabiert“ war, wie es der damalige HSV-Chef Bernd Hoffmann ausdrückte, rollten Köpfe. In diesem Jahr sieht zumindest der bisherige Plan vor, dass die sportlich Verantwortlichen beisammen bleiben, um nicht wieder bei Null anfangen zu müssen. „Wir werden in den nächsten Tagen in die Analyse gehen und die richtigen Schlüsse ziehen“, kündigte Chefkontrolleur Jansen an.

Rafael van der Vaart ist dafür, an Hecking festzuhalten. „Wie oft hat man beim HSV schon Trainer gewechselt?“, sagte der ehemalige HSV-Star der „Bild-Zeitung“. Die Antwort ist übrigens: 21-mal seit Sommer 2007. Es sei an der Zeit, Spieler zu wechseln, meint der Niederländer: „Wenn keine Qualität da ist, könnten auch Mourinho oder Guardiola Trainer sein. Es würde nichts bringen.“

Es steht aber ohnehin der nächste Umbruch im Kader an, der zwar der zweitteuerste der 2. Liga ist, aber den Beweis seiner Klasse schuldig blieb. Allein nach der Corona-Pause ließ das Team in Fürth (2:2), Stuttgart (2:3), Heidenheim (1:2) und gegen Kiel (3:3) durch zum Teil haarsträubende Last-Minute-Gegentore sechs Punkte liegen. Die Krönung folgte im Saisonfinale: Statt die Steilvorlage des 1. FC Heidenheim (0:3 in Bielefeld) zu nutzen und das eine fehlende Pünktchen zu sichern, ging der HSV gegen Sandhausen unter und verpasste erneut als Vierter die Relegation.

Personal-Puzzle

Boldt hat beim Personalpuzzle eine Mammutaufgabe vor sich, denn neben den Leihspielern (Fein, Harnik, Beyer, Schaub und Pohjanpalo) gelten die Abgänge von Jairo Samperio und Christoph Moritz als sicher. Für Rick van Drongelen (fällt mit Kreuzbandriss sechs Monate aus) muss Ersatz her. Gerade in der Abwehrzentrale, die größte Schwachstelle, besteht Handlungsbedarf. Eventuell müssen Leistungsträger wie Tim Leibold, Bakéry Jatta oder Jeremy Dudziak, die dieses Prädikat über weite Strecken der Saison verdienten, verkauft werden, um gerade in Corona-Zeiten ohne Zuschauereinnahmen flüssig zu bleiben.

Durch die abermals verpasste Oberhaus-Rückkehr gehen dem HSV nicht nur rund 20 Millionen Euro an Fix-Einnahmen flöten. Auch das weitere Engagement der beiden größten Partner ist offen. Am Dienstag läuft der Vertrag mit Klaus-Michael Kühne über die Namensrechte am Volksparkstadion aus. Bisher hat der Milliardär vier Millionen Euro pro Jahr bezahlt. Zudem könnte die ebenfalls von Corona stark betroffene Airline Emirates als Hauptsponsor nach dem Nichtaufstieg eine Ausstiegsklausel aus dem Vertrag bis 2022 ziehen.

Mathias Freese Redakteur / Sportredaktion
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