HAMBURG - Gelernt ist eben gelernt als Jakub Kuba Blaszczykowski in der Nachspielzeit traf, war Jürgen Klopp nicht mehr zu halten. Wie einst zu Mainzer Zeiten als Außenverteidiger legte Borussia Dortmunds Coach einen sehenswerten Sprint an der Seitenlinie hin und ließ dabei alle Anspannung hinter sich. Ich bin eben nicht nur Trainer von Borussia, sondern auch ein Fan meiner Mannschaft, sagte Klopp nach seinem emotionalen Ausbruch.
Ob das 1:1 (0:1) beim Hamburger SV ein Big Point oder ein Rückschritt auf dem Weg zum Titel in der Bundesliga war, war dem 43-Jährigen egal: Wichtig war mir vor allem, dass wir unsere Art Fußball auch in Hamburg auf den Platz gebracht haben.
Das hochverdiente Unentschieden in der mit 57.000 Zuschauern ausverkauften WM-Arena war ein schwarz-gelbes Lehrstück, wie sich technisch feiner und taktisch glänzender Fußball ergänzen sollten. Die Gäste behielten ihr Konzept auch nach dem Rückstand durch einen von Ruud van Nistelrooy verwandelten Foulelfmeter (39.) unbeirrt bei. Und als der HSV zwölf Minuten vor Schluss Änis Ben-Hatira durch eine Gelb-Rote Karte verlor, zog sich die Schlinge um den Hals des Gastgebers langsam zu.
Wir verlieren in einer hektischen Schlussphase nicht mehr die Linie, sondern bleiben dominant. Genau das ist der Unterschied zu früheren Jahren, analysierte Neven Subotic. Und hätten nicht Torpfosten, Querlatte und HSV-Keeper Frank Rost mehrfach im Wege gestanden, der neue Bundesliga-Rekord mit zwölf Auswärtssiegen in einer Spielzeit wäre gefallen.
Ein Sieg hätte uns gut getan, ärgerte sich HSV-Trainer Michael Oenning über den verpassten Dreier im Kampf um einen Europa-League-Startplatz. Und der könnte wichtig sein, denn die finanzielle Situation des HSV ist nach Informationen des Senders NDR 90,3 vom Sonntag schlechter, als sie in den vergangenen Jahren von der Vereinsleitung dargestellt wurde.
