HAMBURG - Michael Oenning wird beim Fußball-Bundesligisten Hamburger SV bis 2013 unterschreiben, doch der Hobby-Pianist kann beim Traditionsclub vorerst wohl nicht auf der ganz großen Klaviatur spielen. Denn auf den neuen Chefcoach, der zu Wochenbeginn beim HSV einen Zweijahresvertrag unterschreiben will, kommt ein hartes Stück Arbeit zu. Zumal nach der 0:3-Pleite beim VfB Stuttgart und der damit wohl endgültig verspielten Europa-League-Teilnahme feststeht, dass er den anstehenden Umbruch ohne Zusatz-Einnahmen angehen muss.
Ich freue mich auf die Herausforderung, sagte Oenning dessen ungeachtet, nachdem er am Sonntag die bevorstehende Vertragsunterschrift beim HSV für zwei Jahre bestätigt hatte: Ich denke, dass wir den Vertrag am Dienstag besiegeln werden.
Obwohl die Halbwertszeit bei seinen Vorgängern Martin Jol, Bruno Labbadia und Armin Veh jeweils nicht mal ein volles Jahr betragen hat, wird sein bis 2012 laufender Kontrakt um ein Jahr verlängert.
Wir haben uns ausgetauscht über unsere Vorstellungen vom Fußball und wie es mit dem Verein weitergehen soll. Und da waren wir sehr deckungsgleich, berichtete Oenning über Gespräche mit Frank Arnesen. Beim künftigen Sportchef brachte es ihm entscheidende Pluspunkte ein, dass er gewillt ist, den schwierigen Weg mitzugehen.
Oenning akzeptierte, dass der HSV sparen und die Kosten für den Kader von derzeit 47 auf 35 Millionen Euro reduzieren muss. Fest steht, dass Oenning Leistungsträger wie Torhüter Frank Rost, Stürmerstar Ruud van Nistelrooy (Ziele offen) und Nationalspieler Piotr Trochowski (FC Sevilla) nicht mehr zur Verfügung stehen werden. Ich weiß nicht, ob Mladen Petric nächste Saison noch bei uns ist und ob Zé Roberto weiter für uns spielen wird, erklärte Oenning. Doch so oder so er will und wird auf jeden Fall am Verjüngungskurs festhalten.
