HAMBURG - Erste Fans des FC St. Pauli drohen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) wegen des „Geisterspiel“-Urteils nach dem Spielabbrauch in der Partie der Hanseaten gegen Schalke 04 (0:2) mit einer Schadenersatzklage. Sollte es bei einem Spiel ohne Fans gegen Bremen bleiben, will eine Hamburger Anwaltskanzlei zivilrechtlich gegen den DFB vorgehen.

„Wir sehen hierin einen zu sanktionierenden Eingriff in unseren eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb und fordern Schadensersatz vom DFB“, so Rechtsanwalt Jens-Peter Gieschen. „Als bekennender St. Pauli-Fan hat unsere Kanzlei zwei Business-Seats für die ganze Saison in der Südkurve des Millerntor-Stadions gemietet und zusätzlich zwei Karten für das Werder-Spiel erworben“, hieß es in der Mitteilung der Kanzlei. Durch die „unangemessenen Sanktionen des DFB“ sei ein Besuch mit Geschäftsfreunden nun vereitelt. Gieschen verurteilt die Vorfälle, die zum Abbruch geführt haben. Allerdings schieße die DFB-Reaktion über das Ziel hinaus, so der Hamburger Anwalt.

Gegen das „Geisterspiel“-Urteil des DFB-Sportgerichts hatte St. Pauli Einspruch eingelegt, über den am Donnerstag in einer mündlichen Verhandlung in Frankfurt/Main befunden wird.