HAMBURG - Ein Wirtschaftsinstitut erforschte die Managementstrategien im Fußball. Werder verbesserte sich Schritt für Schritt.

Von Oliver Schulz

und unseren Agenturen

HAMBURG - Es soll ja schon mal vorgekommen sein, dass der Präsident eines millionenschweren Fußball-Vereins die Niederlagenserie seiner Mannschaft mit den Worten verteidigt hat: „Geld schießt eben keine Tore“.

Nach einer Studie des Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Instituts (HWWI) müsste das aber so sein. Vereine aus dem Mittelfeld der Bundesliga-Tabelle haben demnach kaum realistische Chancen, sich dauerhaft an der Spitze zu etablieren. Das bekannte Institut hat dazu die wirtschaftlichen Regeln der höchsten deutschen Spielklasse analysiert. „Der derzeitige Mechanismus besteht darin, dass auf dem Weg an die Tabellenspitze der Marktwert der Mannschaft stärker steigt als die Einnahmen“, heißt es in der HWWI-Studie „Mana-gementstrategien im Fußball: Big Push oder Kontinuität?“.

Schon nach einer kurzen Zeit des Erfolgs würden die besten Spieler weggekauft, so dass der Verein bald wieder auf sein ursprüngliches Niveau zurückfalle. Auf diese Weise steckten Clubs aus dem Niemandsland der Liga in einer „Armutsfalle“, glaubt zumindest das HWWI.

Als Gegenbeispiel mag da Werder Bremen dienen. Mit solidem Wirtschaften und hervorragender Personalpolitik ist es der Geschäftsführung um Sportdirektor Klaus Allofs in den vergangenen acht Jahren gelungen, den Bundesligisten Schritt für Schritt auf höchstem Niveau zu etablieren. In dieser Saison hat der Meister und DFB-Pokalsieger des Jahres 2004 zum dritten Mal in Folge an der Champions-Liga teilgenommen.

Für Manager mit weniger glücklichem Händchen sieht das HWWI deshalb nur diesen Weg: Durch eine Großinvestition ließe sich die Qualität der Mannschaft nachhaltig verbessern. Damit wären allerdings kleinere Vereine gezwungen, sich zu verschulden, um in den Kreis der Europapokal-Teilnehmer aufzurücken. Die Studie fordert deshalb, dass die Deutsche Fußball-Liga (DFL) ihre Einnahmen umverteilen sollte, um grundsätzlich allen Vereinen einen sportlichen Aufstieg zu ermöglichen.