Hamburg - Lewis Holtby war nicht mehr einzufangen. Der Matchwinner des Hamburger SV stürmte schnurstracks Richtung Nordtribüne des Volksparkstadions, kletterte in den Fanblock und ließ sich nach dem hochemotionalen 2:1 (1:1)-Sieg gegen den 1. FC Köln von den wild jubelnden HSV-Anhängern herzen. Anschließend startete der „Partyminister“ der Hanseaten höchstpersönlich die La Ola.
„Das kann man nicht beschreiben. Ich bin so glücklich, dass es heute bei meinem Jubiläum geklappt hat“, sagte der Mittelfeldkämpfer wenige Minuten später – noch immer völlig beseelt. Holtby hatte in seinem 300. Profispiel in der zweiten Minute der Nachspielzeit für den enorm wichtigen Siegtreffer der Hamburger im Kampf um den Klassenerhalt gesorgt.
Diese weiter existente sportliche Herausforderung muss der HSV aber wohl ohne Nicolai Müller meistern. Der Schütze des Führungstreffers (13. Minute) erlitt in der zweiten Halbzeit einen Innenbandriss im linken Knie, höchstwahrscheinlich ist die Saison für den 29-Jährigen vorzeitig beendet. Milos Jojic (25.) hatte den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt. „Es tut uns weh, und es ist schwierig, wenn man einen solch’ guten Spieler verliert“, sagte HSV-Trainer Markus Gisdol. Seine Profis strahlten unterdessen nach dem Sprung von Relegationsplatz 16 um die Wette.
Der HSV, der bereits am Dienstag (20 Uhr) wieder in Dortmund ran muss, ist seit nunmehr acht Bundesliga-Partien vor eigenem Publikum ungeschlagen – das ist die längste Serie seit knapp sieben Jahren. „Die Jungs dürfen sich heute freuen. Wir sind aber noch lange nicht am Ziel“, warnte Gisdol dennoch.
