Hamburg - Sie zündeten Leuchtraketen, warfen mit Absperrgittern und gröhlten fiese Parolen. Die Wut einiger Fans des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV über den neuerlichen Tiefschlag im Abstiegskampf entlud sich in Randale vor dem Stadion – und da ahnten die Wirrköpfe noch nicht einmal, dass sich am Tag danach die sportliche Lage noch einmal verschärfte.
Denn ausgerechnet der gebürtige Hamburger Martin Harnik legte mit zwei Toren den Grundstein zum 3:1-Sieg des VfB Stuttgart gegen Schalke 04. Der Rückstand des HSV auf Rang 15 wuchs dadurch auf vier Punkte und sieben Tore an, die Luft am Volkspark wird immer dünner.
Die Club-Verantwortlichen flüchteten in Durchhalteparolen und erhoben flugs das Halten des 16. Platzes zur neuen Maxime. Die Relegation wird angesichts des schwierigen Restprogramms immer mehr zum letzten Strohhalm des taumelnden Bundesliga-Dinos, dabei droht nach der hilflosen Darbietung beim 1:3 gegen den VfL Wolfsburg der direkte Abstieg. Ivan Perisic (2. Minute), Kevin de Bruyne (42.) und der Ex-HSVer Ivica Olic (49.) trafen für die Gäste, Ivo Ilicevic (58.) gelang der Ehrentreffer.
Selbst Dauer-Optimist Mirko Slomka scheint den Glauben an Platz 15 vor den verbleibenden Partien in Augsburg und Mainz sowie dem Heimspiel gegen Bayern München verloren zu haben. „Auch der Relegationsplatz kann ein Ziel sein, wenn man seine Heimspiele nicht gewinnt“, sagte der HSV-Trainer nach der achten Saison-Niederlage im eigenen Stadion (Vereinsrekord) m it ernster Miene und schickte seinen Co-Trainer Nestor el Maestro am Ostersonntag zur Spielbeobachtung des möglichen Relegationsgegners nach Paderborn.
Draußen vor den Stadiontoren explodierte der aufgestaute Ärger der Anhänger. Rund 120 vermummte Chaoten randalierten am späten Sonnabend vor dem Spielereingang. Sie attackierten die Sicherheitskräfte und warfen mit Gegenständen. Nur massive Polizeipräsenz verhinderte eine weitere Eskalation und entschärfte die Situation.
