Hamburg/Oldenburg - 50 Jahre, 238 Tage, 1 Stunde, 30 Minuten und 0 Sekunden wird die große Bundesliga-Uhr in der Hamburger Arena im Volkspark an diesem Sonnabend anzeigen, wenn um 18.30 Uhr das Fußball-Nordduell des Tabellen-16. HSV gegen den Fünften VfL Wolfsburg angepfiffen wird.

Mit bangen Blicken schauen die Fans dann zu der Digitalanzeige der Bundesligazugehörigkeit unter dem Block 22 C der Nordtribüne. Denn gelingt der Mannschaft von Trainer Mirko Slomka gegen die auf die Champions League spekulierenden Gäste kein Sieg, könnte die Uhr schon bald stehen bleiben.

„Wir haben weiterhin Platz 15 als Ziel. Warum auch nicht? Uns trennt nur ein einziger Punkt“, meinte Slomka: „Und ich bin überzeugt davon, dass wir den längeren Atem haben und am Ende drei Teams hinter uns lassen werden.“ Für das Wie hat der studierte Mathematiklehrer Slomka auch die ebenso passende wie einfache Rechengleichung parat: „Einen Punkt mehr haben als die beiden Mannschaften hinter uns und der VfB Stuttgart.“

Erledigen die Hamburger ihre Hausaufgaben sorgfältig, und strauchelt die Konkurrenz bei ihren schweren Aufgaben (der 18. Braunschweig erwartet Bayern München, der 17. Nürnberg spielt gegen Leverkusen und der 15. Stuttgart hat Schalke 04 zu Gast), könnten sie einen Sprung nach vorne machen.

Diesen hatte Slomka schon am vergangenen Wochenende erwartet. Doch sein Team enttäuschte ihn beim 1:2 in Hannover mit einer desolaten Leistung. „Die Mannschaft hat die Kritik kämpferisch aufgenommen und will das Bild gerade rücken“, ist sich der 46-Jährige sicher.

Am Karfreitag zeigten sich die Hamburger im Training sehr motiviert. Da sich viele Fans angekündigt hatten, machte Slomka aus der nicht-öffentlichen Einheit kurzerhand eine öffentliche: „Wir hören nicht auf, unsere Chance zu suchen. Alle zusammen. Und ich gehe vorneweg.“

Im November 2012 war die Hamburger Bundesliga-Uhr bereits schon einmal stehen geblieben. Damals waren es technische Probleme, die ein Schweizer Hersteller behob. Nun haben es die Spieler selbst in der Hand, dass die Zeit in Zukunft auch weiterhin für den HSV tickt.

Olaf Ulbrich
Olaf Ulbrich Kanalmanagement (Ltg.)