Hannover - Fußball-Bundesligist Hannover 96 hat vor Gericht Strafzahlungen von zwei Fans erstritten. Wie das Landgericht Hannover am Freitag bestätigte, erhält der Club nach einem Vergleich insgesamt 8500 Euro von den beiden Angeklagten. Wäre eine Einigung nicht zustande gekommen, hätte Richter Peter Bordt die beklagten Fans verurteilt.
Die Europäische Fußball-Union hatte 96 nach dem Europa-League-Duell beim FC Kopenhagen im November 2011 zu einer Strafe von 15 000 Euro verurteilt. Eigentlich hatte der Verein die komplette Summe vor Gericht eintreiben wollen.
Tobias M., der Pyrotechnik von der oberen Tribüne in die Menschenmenge des unteren Blocks geworfen hatte, muss 6000 Euro bezahlen. Der zweite Angeklagte, Dominik S., war in der besagten Partie auf das Spielfeld gerannt und einigte sich mit Hannover 96 nun auf eine Strafe von 2500 Euro. Beide Männer dürfen den Betrag in monatlichen Raten abbezahlen.
Der Sachverhalt war unstrittig. Im Gerichtssaal wurde am Freitag ein Video gezeigt, das die Überwachungskameras im Kopenhagener Stadion aufgezeichnet hatten. Darauf war klar zu sehen, wie der Täter den Feuerwerkskörper warf. „Das ist ein Verhalten, das man nur als verwerflich bezeichnen kann“, sagte Richter Peter Bordt. Es sei nicht zu tolerieren.
„Wir sind mit der Vereinbarung rundum zufrieden“, kommentierte Björn Bremer, Leiter Verwaltung bei Hannover 96, die Entscheidung. „Für uns ist es wichtig, das Signal zu senden: Wenn du schädigst, dann musst du dafür auch aufkommen“, sagte er vor dem brisanten Nachbarschaftsduell der 96er an diesem Sonnabend (15.30 Uhr) beim VfL Wolfsburg.
96-Clubchef Martin Kind hatte mehrfach angekündigt, dass sich der Verein die Strafen, die er wegen des Fehlverhaltens der Fans zahlen muss, von den Verursachern zurückholen werde. Erst am Dienstag waren bei einer Razzia acht Wohnungen von 96-Ultras untersucht worden. Sie sollen während des Bundesligaspiels gegen Eintracht Braunschweig im vorigen November Bengalos im heimischen Stadion gezündet haben.
