HANNOVER - Hannover 96 kehrt nach 19 Jahren auf Europas Fußball-Bühne zurück. Der Tabellendritte der Bundesliga hat bereits drei Spieltage vor dem Saisonende die Teilnahme an der Europa League sicher. Das 0:0 zwischen dem 1. FC Nürnberg und Mainz 05 beseitigte am Ostersonntag die letzten Zweifel an einer Platzierung unter den ersten fünf Mannschaften. Im Fernduell mit Bayern München um Platz drei winkt dem Überraschungsteam sogar die Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation.

Wir haben noch drei Spiele, wir wollen das Maximale herausholen“, kündigte 96-Trainer Mirko Slomka an. Mit Siegen gegen Mönchengladbach, in Stuttgart und gegen Nürnberg kann der Fast-Absteiger der vergangenen Saison die Bayern aus eigener Kraft in Schach halten. „Das ist überragend für den Verein und die Mannschaft. Wir haben unsere Saisonziele erreicht. Die Bayern haben mehr zu verlieren, wir haben positiven Druck“, sagte Stürmer Jan Schlaudraff. Der Vertrag mit dem früheren Bayern-Profi soll verlängert werden. Auch Routinier Altin Lala (35), der beim 3:1 in Freiburg überragend spielte, kann auf einen neuen Kontrakt hoffen.

Selbst drei Niederlagen würden die Teilnahme an der Europa League nicht mehr gefährden. Zuletzt spielte Hannover 96 in der Saison 1992/93 in einem internationalen Wettbewerb, allerdings ohne eine Partie gegen einen ausländischen Gegner. Der damalige DFB-Pokalsieger musste in der ersten Runde des Europapokals der Pokalsieger gegen Titelverteidiger Werder Bremen antreten. Der Zweitligist schied gegen den Erstligisten mit 1:3 und 2:1 aus und hatte danach 19 Jahre lang ganz andere Sorgen, als für Europa zu planen.

Doch damit kann nun begonnen werden. Ob Champions League oder Europa League – eine Auslosung wie vor 19 Jahren ist diesmal nicht möglich. Die 96-Fans dürfen sich schon jetzt auf ein Pflichtspiel gegen eine ausländische Mannschaft freuen. So etwas gab es zuletzt 1969, als die „Roten“ im Messepokal gegen Ajax Amsterdam antraten. Zwischen 1958 und 1969 absolvierte das 96-Team insgesamt 21 Partien im Vorläufer-Wettbewerb des späteren Uefa-Pokals – gegen Mannschaften wie FC Barcelona, Inter Mailand oder FC Porto.