HANNOVER - Langsam und mühsam nähert sich Fußball-Bundesligist Hannover 96 dem großen Ziel, auch in der neuen Saison im Europapokal zu spielen. Am Sonntagabend kam das Team von Trainer Mirko Slomka im eigenen Stadion zu einem 0:0 gegen den SC Freiburg und hat nun drei Punkte Vorsprung auf den von Werder Bremen belegten Rang acht, der nicht mehr zur Teilnahme an der Europa League berechtigt. Bei einem Sieg gegen die Freiburger hätte der Vorsprung fünf Punkte betragen.

Die Gäste haben durch den Punktgewinn den Klassenerhalt sicher. „Das ist das Resultat akribischer Arbeit der Jungs. Ich habe sie in den vergangenen Wochen sehr viel nerven müssen“, sagte Freiburgs Trainer Christian Streich und lobte seine Schützlinge. „Sie haben alles mitgemacht, dafür bedanke ich mich.“

Nach dem Schlusspfiff zogen die Gäste rote T-Shirts mit den Aufschriften „Zusammenhalt“ und „Freuen“ über. Im Mittelpunkt stand jedoch ihr Trainer. „Es war eine überragende Leistung. Vor allem von Christian, aber auch von der gesamten Mannschaft. Christian ist aber das wichtigste Mosaiksteinchen“, sagte Sportdirektor Dirk Dufner und blickte zurück: „Die letzten Monate stecken schon in den Kochen. Es war Stress.“

48 000 Zuschauer in der fast ausverkauften WM-Arena waren mit der Vorstellung des Tabellensiebten Hannover nur phasenweise einverstanden. Es dauerte eine Viertelstunde, bis die Mannschaft zu ihrer ersten guten Einschussmöglichkeit kam. Lars Stindl scheiterte freistehend am reaktionsschnellen Freiburger Torhüter Oliver Baumann.

„Wir werden weiterhin alles versuchen. Wir haben aber heute einen Matchball vergeben“, sagte 96-Trainer Mirko Slomka nach dem Remis. Noch am Donnerstag hatte er nach eigenem Bekunden „mit ein bisschen Wehmut“ die Spiele im Europa-League-Halbfinale im Fernsehen angeschaut.