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Aktualisiert vor 2 Minuten.

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NWZonline.de Sport Fußball

Heldt ist weg – wann folgt Doll?

10.04.2019

Hannover Horst Heldt ist raus! Wann fliegt Thomas Doll? Die schwere sportliche Krise von Hannover 96 hat mit Manager Horst Heldt ein erstes prominentes Opfer gefordert. Das taumelnde Bundesliga-Schlusslicht trennte sich am Dienstag mit sofortiger Wirkung von dem 49-jährigen Ex-Nationalspieler.

„Die Zielsetzung war, einen gesicherten Tabellenmittelplatz zu erreichen. Die Sportliche Leitung hat versichert, dass das Ziel mit den Transfers erreicht wird und die Mannschaft konkurrenzfähig ist. Die Einschätzung hat sich nicht bestätigt“, hieß es zur Begründung in einer Club-Mitteilung. Ein Nachfolger für Heldt, der mit einem Vertrag bis 2021 ausgestattet war, werde „zeitnah verpflichtet“.

Auch Trainer Thomas Doll dürfte bei 96 keine Zukunft haben. Nach den jüngsten Aussagen von Geschäftsführer Martin Kind spricht alles für einen Neuanfang – spätestens im Sommer. Doll, der erst im Januar die Nachfolge von Andre Breitenreiter angetreten hatte und seitdem acht von neun Spielen verloren hat, besitzt noch einen Vertrag bis 2020.

Zwar sprach Kind Doll eine Jobgarantie bis zum Saisonschluss aus, doch es wäre nicht das erste Mal, dass der exzentrische Clubboss seine Meinung ändert. So erging es auch Dolls Trainerkollegen Thomas Schaaf, der 2016 trotz gegenteiliger Beteuerungen sechs Spieltage vor Saisonende durch Daniel Stendel ersetzt wurde.

Der Rauswurf von Kaderplaner Heldt, dem bei den Roten unter anderem die Millionen-Einkäufe Walace, Bobby Wood und Jonathas angelastet wurden und der die Verpflichtung von Erfolglos-Trainer Doll zu verantworten hat, war keine Überraschung mehr. Kind, neuerdings Ex-Präsident, aber immer noch Chef der Fußball-Abteilung, sparte nicht mit öffentlicher Kritik am langjährigen Schalke-Macher, nannte den Kader von 96 zuletzt öffentlich „kaputt, schlecht zusammengestellt und gescheitert“.

Die letzten Tage wurden für Heldt (seit März 2017 im Amt) zum Spießrutenlauf, denn nicht erst seit der 1:3-Niederlage beim VfL Wolfsburg, der siebten Pleite in Folge, waberten die Namen möglicher Nachfolger durch die Landeshauptstadt. Über Klaus Allofs wird genauso spekuliert wie über Dietmar Beiersdorfer, Jens Todt oder die beiden Ex-96-Trainer Mirko Slomka und Dieter Hecking.

„Wir brauchen einen Neuanfang“, hatte Kind verbreitet und mit drastischen Worten einen weitreichenden Umbruch angekündigt: „Wir sind jämmerlich gescheitert. Es war und ist eine desaströse Saison. Wir werden alles auf den Prüfstand stellen. Wir müssen die Weichen stellen, müssen neue Antworten finden, ein eigenes Konzept erstellen.“ Von Heldt war er schon lange abgerückt, nun senkte er den Daumen.

Nach der Trennung von Heldt, der sehr zum Missfallen von Kind mit Wechseln nach Köln und Wolfsburg kokettiert hatte, dürfte auch Dolls Zeit spätestens im Sommer abgelaufen sein. Die Bilanz des Ex-Profis ist verheerend. Hannover liegt mit 14 Punkten auf dem letzten Platz. Was nach dem wahrscheinlichen Abstieg kommt, weiß so recht keiner. Selbst die künftige Rolle des erfolgreichen Unternehmers Kind ist nicht endgültig geklärt. Nach dem Sieg der Kind-kritischen Fraktion bei der jüngsten Mitgliederversammlung müssen die konträren Parteien zusammenfinden.

Immerhin: Ein Gesicht des Neuanfangs steht in Jan Schlaudraff fest. Der frühere Nationalspieler kehrt in der kommenden Saison als Assistent der Sportlichen Leitung zu 96 zurück. Der 35-Jährige ist das Gesicht erfolgreicher Europacupzeiten – eine Ära, die an der Leine momentan Lichtjahre entfernt scheint.

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