HANNOVER - Während Sky zittert, die Telekom hofft und die ARD-Sportschau gute Aussichten hat, darf sich die Fußball-Bundesliga auf einen warmen Geldregen freuen: Der Verkauf der nationalen Bundesliga-Medienrechte wird dem deutschen Profifußball in Zukunft mindestens 500 Millionen Euro pro Jahr einbringen. Nach einem wochenlangen und hinter den Kulissen mit harten Bandagen geführten Milliarden-Poker wird die Deutsche Fußball Liga (DFL) am Dienstag in Frankfurt bekannt geben, mit welchen TV-Partnern sie ab der Saison 2013/2014 für vier Jahre zusammenarbeiten wird.
„Es geht sicher nicht nur um die Höhe der Erlöse“, sagt Christian Seifert, Vorsitzender der Geschäftsführung bei der Deutschen Fußball Liga (DFL). Mit der Entscheidung über das komplizierte Konstrukt aus 19 Paketen und sechs Paketbündeln soll auch verhindert werden, dass es anschließend ein Desaster wie bei der Kirch-Pleite 2002 gibt. Oder Probleme wie beim nur einjährigen Gastspiel von Bezahlsender Arena 2006/2007. Oder eine teure Panne wie beim geplatzten Drei-Milliarden-Euro-Deal mit Sirius 2007/2008, den das Kartellamt verhinderte.
Den meisten Bundesliga-Vertretern geht es wie den Fans: Ihnen wäre es am liebsten, wenn es möglichst wenig Änderungen gäbe – die ARD also weiter die Zusammenfassung im frei empfangbaren Fernsehen zeigen dürfte und Sky die Pay-TV-Rechte erhielte. Diese Sender decken derzeit rund 85 Prozent des noch laufenden Vierjahresvertrages mit einem Gesamtvolumen von 1,65 Milliarden Euro ab.
„Wir wollen mehr Wettbewerb“, betonte Seifert stets. Vor allem die ARD sollte mit der Möglichkeit einer „Internet-Sportschau“ unter Druck gesetzt werden. Doch anfangs forschen Aussagen wie von Yahoo-Chef Heiko Genzlinger folgte dessen Erkenntnis, dass die Rechte im weltweiten Netz nicht zu refinanzieren und damit „für uns zu teuer“ seien.
Die erhoffte Einnahmesteigerung verspricht vielmehr der Zweikampf von Sky und Telekom. Der Pay-TV-Sender aus Unterföhring ist schon seit langem der größte Zahlmeister für die Liga. Im letzten Jahr des noch laufenden Vertrages zahlt der Premiere-Nachfolger immerhin 275 von insgesamt 440 Millionen.
Bei einem Zuschlag für die Telekom droht dem defizitären Bezahlsender das Aus, der Liga würde damit auch langfristig ein Interessent wegbrechen. Gegen die Telekom sprechen weitere Gründe. Erhielten die Bonner das Pay-TV-Paket, so müssten sie große Teile an andere Unternehmen weiterverkaufen. Wegen der Staatsbeteiligung darf die Telekom, die derzeit via IPTV die Bundesliga im Internet zeigt, nicht selber als TV-Anbieter auftreten.
