HANNOVER - Eine Einwechslung und eine Rote Karte haben Hannover 96 in die Erfolgsspur der Fußball-Bundesliga zurückgeführt.

Beim viel umjubelten 2:1 (1:1) gegen Eintracht Frankfurt sorgte Stürmer Vahid Hashemian nach der Pause für frischen Wind im lange Zeit harmlosen 96-Angriff. Während der zweite Platzverweis für Sergio Pinto (61.) innerhalb weniger Wochen eine Trotzreaktion bei seinen Kollegen auslöste.

„Wenn es ihnen richtig dreckig geht, rücken sie enger zusammen. Mit diesem Sieg haben wir die guten Eindrücke der letzten Spiele vergoldet“, lobte 96-Trainer Dieter Hecking den Mannschaftsgeist und die große Moral seiner Profis. Ihnen gelang in Unterzahl der ersehnte zweite Rückrundensieg. Es war das passende Geschenk zum 112. Geburtstag des niedersächsischen Traditionsvereins. „So ein Sieg in Unterzahl ist ein tolles Gefühl“, sagte Torwart Robert Enke.

Lange Zeit sah es nicht nach der Trendwende aus. Frankfurt spielte schnell, direkt und ging durch Marco Russ (28.) in Führung. Pinto (35.) schaffte mit einem Sonntagsschuss den schmeichelhaften Ausgleich, ehe seine Rote Karte wegen einer Tätlichkeit das Geschehen vor 38 104 Zuschauern in unerwartete Bahnen lenkte. Frankfurt stürmte munter drauflos und verlor die Ordnung. 96 hielt dagegen und erzielte durch Christian Schulz (89.) nach toller Vorarbeit von Hashemian das Siegtor.

„Unsere Mannschaft hat ein gutes Potenzial, wir können noch mehr Punkte holen. Vielleicht ist sogar der UI-Cup drin“, blickte Hashemian der Mittwoch-Partie in Dortmund optimistisch entgegen. Für Rotsünder Pinto dürfte die Saison bereits beendet sein. Er muss für seinen unbeherrschten Tritt in den Unterleib von Faton Toski mit einer langen Sperre rechnen. Außerdem droht eine clubinterne Strafe. „Es wird Konsequenzen geben“, kündigte Hecking eine harte Gangart gegen den „Wiederholungstäter“ an.

Vor dem Mittwoch-Spiel gegen Bundesliga-Tabellenführer Bayern München ging Frankfurts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen mit den Eintracht-Profis hart ins Gericht: „Wir müssen noch viel lernen, wenn wir nach oben kommen wollen“, stellte er enttäuscht fest.