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NWZonline.de Sport Fußball

Profifußball: Kommt die Gehalts-Obergrenze?

13.05.2020

Hannover Sie soll den Profifußball für Fans wieder nahbarer machen: Die Gehalts-Obergrenze. Nicht ohne Grund will Christian Seifert, Chef der Deutschen Fußball Liga (DFL), das Thema zügig vorantreiben. Die Corona-Pandemie und die finanziellen Schwierigkeiten vieler Vereine sowie die Image-Krise des Fußballs haben für ein Umdenken gesorgt. „Ich bin dafür, es zu versuchen“, kündigte Seifert an. Laut DFL-Wirtschaftsreport gaben die 18 Bundesliga-Clubs in der Saison 2018/19 insgesamt 1,43 Milliarden Euro für Profifußballer und den Trainerstab aus. Hier könnte ein Salary Cap Wirkung entfalten.

Wo gibt es bereits eine Gehalts-Obergrenze?

Die bekanntesten Beispiele sind die Top-Ligen in den USA im American Football, Basketball und Eishockey. Auch in den höchsten Spielklassen der Rugby-Hochburgen in England und Frankreich kann nicht wahllos das Gehalts-Budget überzogen werden.

Wie läuft der Salary Cap?

In den USA verhandeln der jeweilige Liga-Verband und die Besitzer der Mannschaften mit der dortigen Spielergewerkschaft im Rahmen eines Tarifvertrags die Budgets vor jeder Saison aus. Die Summe ergibt sich aus den Einnahmen der gesamten Liga (TV-Erträge, Werbung etc.) geteilt durch die Anzahl der teilnehmenden Teams. Vor jeder Saison wird der Betrag daher neu verhandelt. Jedes Basketball-Team der NBA darf beispielsweise in der aktuellen Spielzeit 109 Millionen US-Dollar (rund 100 Millionen Euro) insgesamt für Gehälter ausgeben. Die Team-Besitzer dürfen dabei ihre Profis zwischen der Gehalts-Untergrenze (Salary Floor) und der Obergrenze (Salary Cap) entlohnen.

Warum befürworten das einige Liga-Manager ?

Neben der Reduzierung des von den Fans zuletzt scharf kritisierten Gehalts-Budgets würde in der Theorie die Wettbewerbsgleichheit gewahrt bleiben und für mehr Spannung sorgen. Die Realität ohne Obergrenze: Der FC Bayern kann für seine Stars ein Vielfaches an Gehalt im Gegensatz zur Konkurrenz ausgeben.

Warum gibt es Skepsis ?

Die Struktur im US-Sport ist mit Deutschland nicht vergleichbar. Zudem gibt es selbst in den USA Spielraum. In der NBA können Teams die Obergrenze zum Beispiel problemlos durchbrechen. Sie müssen dann eine Luxussteuer zahlen, die an andere Mannschaften ausbezahlt wird. Auch in der NFL kann eine Mannschaft eine nicht genutzte Gehaltssumme aus den Vorjahren mit in die neue Spielzeit nehmen. Zudem hat dort die Spielergewerkschaft eine große Macht. Laufen die Verhandlungen nicht so wie gewünscht, droht immer wieder ein Spielerstreik. So wurde in der nordamerikanischen Eishockey-Liga (NHL) die Saison 2004/05 deswegen nicht ausgetragen.

Kann die Bundesliga einen Alleingang machen?

Nein. Da sie im internationalen Wettbewerb steht, wäre die Chancengleichheit mit anderen europäischen Ligen nicht mehr gegeben. Stars wie Bayern-Torjäger Robert Lewandowski dürften dann woanders stürmen. Köln-Manager Horst Heldt sprach im „Weser-Kurier“ als einzige Möglichkeit von einer „europäischen, wenn nicht sogar einer globalen Lösung“. Uefa-Präsident Aleksander Čeferin gilt als ein Befürworter des Salary Cap.

Wie sieht die EU eine Gehalts-Obergrenze?

Es gibt keine EU-Richtlinie, die einen Salary Cap verbietet. Eine mögliche Deckelung der Gehälter würde aber auf jeden Fall von der EU-Kommission auf das gemeinsame Kartellrecht der Staatengemeinschaft geprüft werden. Denn: Beschränkungen wie Preisabsprachen, Wettbewerbsverbote oder Marktaufteilungen sind verboten. Es sind einige Hürden im Weg. Bevor 2011 das Financial Fairplay im europäischen Vereinsfußball eingeführt wurde, scheiterte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge gemeinsam mit der Uefa mit dem Wunsch nach einem Salary Cap mehrmals an der EU-Kommission.

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