HANNOVER - Fußballfans sollen die Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft stets im frei empfangbaren Fernsehen verfolgen können. Einen Wechsel in das Bezahlfernsehen, wo die Bundesliga-Partien live gezeigt werden, schloss Theo Zwanziger kategorisch aus. „Ich kann versprechen, dass die Nationalelf nie im Pay-TV verschwinden wird. Sie gehört unseren Fans“, erklärte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Zwanziger äußerte „eine große Sympathie“ für die Verlängerung des Vertrages mit den öffentlich rechtlichen Sendern. „Wenn ARD und ZDF bereit sind, uns Sendezeiten zu geben für Spots gegen Rassismus und Gewalt oder für Integration und Fairplay, ist das auch ein gewisser Wert für uns“, argumentierte der DFB-Präsident. Der Länderspielvertrag mit ARD und ZDF, der auch den DFB-Pokal und die Regionalliga beinhaltet, hat ein Volumen von rund 400 Millionen Euro und endet im Sommer 2009.

Für das Frühjahr 2008 ist die neue Ausschreibung der Bundesligarechte ab der Saison 2009 geplant. Die mit der Vermarktung beauftragte Agentur Sirius hat der DFL für den Zeitraum bis 2015 insgesamt drei Milliarden Euro garantiert. Für das Bieterverfahren um die Bundesliga-Rechte hat NDR-Intendant Jobst Plog das ZDF davor gewarnt, sich mit „abenteuerlichen Angeboten um eine 22-Uhr-Sportschau“ zu bemühen. Ein Szenario könnte sein, dass die Bundesliga-Berichte sonnabends nicht wie bisher in der ARD-„Sportschau“ um 18.30 Uhr, sondern erst um 22 Uhr im Free-TV laufen dürfen. Das ist der Sendeplatz des „Aktuellen Sportstudios“ im ZDF.

Plog bot einen Handel zwischen ARD und ZDF an: „Ich rate dem ZDF dringend, sich in dieser Frage abzusprechen. Es könnte ja an anderer Stelle kompensiert werden – zum Beispiel könnte das ZDF einige Pokalspiele mehr zeigen als die ARD.“ „Das ist sehr spekulativ. Wir müssen abwarten, welche Pakete überhaupt ausgeschrieben werden“, sagte ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz am Sonntag.