Frankfurt/Hannover - In der Mannschaftskabine entlud sich die Anspannung der vergangenen Wochen. Nach dem 3:2 (3:1)-Sieg bei Eintracht Frankfurt feierten die Profis von Hannover 96 am späten Donnerstagabend mit lautem Geschrei und Gejohle die Fast-Rettung in der Fußball-Bundesliga.

Der in Frankfurt überragende Leon Andreasen (30), der sich nach dem wichtigen Sieg im Kampf um den Klassenerhalt als einziger 96-Profi den wartenden Journalisten stellte, konnte es kaum erwarten, zu seinen Kollegen zu kommen. Dennoch musste er erst noch etwas loswerden – und redete sich dabei in Rage.

Seiner Meinung nach haben die mitgereisten Fans aus Hannover das Team über die 95 nervenaufreibenden Minuten nicht laut genug angefeuert. „Die haben uns wieder nicht unterstützt, das ist halt so“, kritisierte Andreasen die eigenen Anhänger und meinte trotz des Sieges zerknirscht: „Ich kann ja verstehen, dass die noch von unseren Derbyspielen gegen Braunschweig enttäuscht sind – aber wir können nichts anderes machen als kämpfen und versuchen, das Spiel zu gewinnen. Was die dann machen, ist nicht unsere Entscheidung.“

Auf dem Platz sorgten Andreasen selbst (2. Minute), Lars Stindl (20.) und Didier Ya Konan (29.) für genügend Gründe zum Feiern. Zudem trafen die Gäste zweimal Aluminium. Martin Lanig (13.) und Alexander Meier (68.) hatten den Großteil der 48 100 Zuschauer in der Frankfurter WM-Arena kurzzeitig hoffen lassen. Gereicht hatte es für die zum zweiten Mal in Folge geschlagenen Hessen aber wieder nicht. Frankfurt steckt weiter im Abstiegskampf.

Hannovers Trainer Tayfun Korkut warnte trotz des zweiten Erfolgs in Serie – am vergangenen Sonnabend gewann 96 gegen den Hamburger SV mit 2:1 – vor zu großer Euphorie. „Wenn man den Kampf um den Klassenerhalt in drei Schritte teilen würde, dann haben wir letzte Woche den ersten und heute den zweiten gemacht“, sagte der 40-Jährige: „Aber es fehlt noch ein Schritt – und den müssen wir so schnell wie möglich machen, da es einfach rechnerisch noch möglich ist, dass wir da unten reinrutschen.“