HELSINKI - Als Birgit Prinz den Pokal in den Himmel von Helsinki streckte und die Spielerinnen im Konfetti-Regen tanzten, war das große Ziel erreicht: Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft feierte nach einem packenden Klassiker gegen England die Ankunft auf Wolke Sieben des europäischen Fußball-Himmels.
Die DFB-Auswahl setzte sich 6:2 (2:1) gegen die Three Lions durch und machte mit dem höchsten EM-Finalsieg der Geschichte den siebten kontinentalen Triumph insgesamt sowie den fünften EM-Sieg in Folge perfekt. Zugleich betrieb sie beste Werbung für die WM in zwei Jahren im eigenen Land.
Es war ein hart umkämpftes Match. Aber es hat Spaß gemacht. Wir haben im richtigen Moment die Tore gemacht, sagte Torjägerin Prinz, die rechtzeitig im Finale ihre Ladehemmung überwand und zweimal traf.
Auch Silvia Neid war die Erleichterung anzumerken. Insgesamt bin ich sehr zufrieden und sehr glücklich, sagte sie, die als Spielerin, Assistentin und nun als Trainerin an allen sieben EM-Titeln beteiligt war. Der Endspielgegner hatte eine große Klasse. Es war das Spiel, das ich erwartet habe. Aber ich habe nicht gedacht, dass so viele Tore fallen würden. Höchstes Lob gab es auch von Deutschlands höchstem Repräsentanten: Das war eine ganz tolle Leistung, sagte Bundespräsident Horst Köhler.
Prinz hatte ihr Team in der 20. Minute mit ihrem ersten Turniertreffer in Führung gebracht. Nur zwei Minuten später baute Melanie Behringer vor 15 877 Zuschauern mit einem Schuss aus 35 Metern die Führung für die Weltmeisterinnen aus. Doch wenig später verkürzten die Engländerinnen durch Karen Carney (24.). Als nach der Pause Kim Kulig (50.) den alten Abstand wieder herstellte, schien die Begegnung gelaufen. England steckte aber nicht auf und schaffte durch Kelly Smith (55.) noch einmal den Anschluss. Mit einem Doppelschlag beendete Inka Grings (62./73.) alle Zweifel an der Verlängerung des Titel-Abonnements. Prinz (76.) krönte ihre beste Turnierleistung mit ihrem zweiten Treffer.
Der Schlusspfiff war zugleich der Startschuss für eine lange Jubel-Nacht, die erst an diesem Freitag mit einem Empfang auf dem Frankfurter Römer enden soll.
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