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NWZonline.de Sport Fußball

Fussball-Schalke 04: Höwedes fällt wochenlang aus - Heldt klagt über Verletzte

17.09.2014

Gelsenkirchen Horst Heldt staunte nicht schlecht. „Mir ist Hugo Almeida angeboten worden“, berichtete der Sportvorstand von Schalke 04: „Da fragt man sich, was das soll.“ Einen Stürmer wie den arbeitslosen ehemaligen Bremer können die Königsblauen derzeit wahrlich nicht gebrauchen. „Ich habe gar nicht darauf geantwortet.“ Interessant wäre für die Gelsenkirchener dagegen ein Abwehrspieler - denn die jüngste Verletztenserie hat ihnen fast die komplette Defensive geraubt.

Am Rande des Champions-League-Spiels beim FC Chelsea bestätigte Heldt, dass er unter den vereinslosen Fußballern nach einem geeigneten Innenverteidiger sucht. Nachdem auch noch Kapitän Benedikt Höwedes mit einem Teilanriss der Hüftbeugersehne ausgefallen ist, fehlen fünf Defensivkräfte. „Wir haben nicht so viel mehr Verletzte als Dortmund oder Bayern“, meinte Heldt, „bei uns konzentriert es sich aber auf einen Mannschaftsteil.“

Derzeit stehen acht Schalker Profis auf der Verletztenliste, in der vergangenen Saison waren es bis zu elf. Da gerät auch der Manager der Königsblauen ins Grübeln. Seine erste Schlussfolgerung: Die Spieler selbst verhalten sich nicht professionell genug. Heldt ordnete in der Sommerpause regelmäßige Besuche beim Zahn- und Augenarzt, Mittagsschlaf und mehr Getränke mit ausreichend Aminosäuren an.

Auch Jungstar Julian Draxler appellierte an seine Kollegen: „Jeder Einzelne muss überprüfen, ob er professionell genug lebt, genug schläft und sich richtig ernährt.“ Es half nichts. Die Serie der Ausfälle riss nicht ab. Bei der Häufung der muskulären Verletzungen stellte sich die Frage: Gibt es Fehler in der Trainingssteuerung? Zumindest der Rückfall des Jungnationalspielers Leon Goretzka, der nach einem Muskelbündelriss offenbar zu früh zu stark belastet wurde, legt den Verdacht nahe.

Ist womöglich die medizinische Abteilung schlechter als bei anderen Klubs? Nachdem Teamarzt Thorsten Rarreck Höwedes“ Verletzung diagnostiziert und den Weltmeister für spielunfähig erklärt hatte, schickten ihn die Schalker nach München, um eine zweite Meinung einzuholen. Nationalmannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt bestätigte die Diagnose.

Für Heldt liegt die Vielzahl der Verletzungen an der hohen Belastung. Schalkes Profis spielten wie ihre Dortmunder und Münchner Kollegen auch regelmäßig „in vier Wettbewerben“, neben Bundesliga, DFB-Pokal und Europacup mit den Klubs eben auch noch in ihren Nationalmannschaften. „Heute gibt es 35 bis 40 Sprints im Spiel, das war vor einigen Jahren noch undenkbar“, erklärte der Ex-Profi, „wenn du zu meiner Zeit acht Kilometer gelaufen bist, hattest du einen Topwert in der Liga. Jetzt wirst du damit aus dem Stadion gebuht.“

Die körperlichen Anforderungen, die Zahl der Stresssituationen hätten sich deutlich erhöht. „Man braucht ganz andere Ansätze“, sagte Heldt. Schon vor der 1:4-Pleite bei Borussia Mönchengladbach hatte er angekündigt, über die Kadergröße nachzudenken. „Wir können uns nicht 35, 40 Spieler wie Chelsea leisten“, betonte er, aber man müsse überprüfen, „ob 25 Vollprofis und fünf, sechs Perspektivspieler künftig ausreichend sein werden“.

Allerdings muss sich Heldt selbst fragen, warum er zu Saisonbeginn Abwehrspieler Kyriakos Papadopoulos an Bayer Leverkusen auslieh. Der Grieche könnte den Schalkern jetzt durchaus weiterhelfen. Doch der 22-Jährige ist auch verletzt...

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