Sinsheim/Leipzig - 1899 Hoffenheim gegen RB Leipzig (2:2) – das Duell der umstrittensten Clubs in der Fußball-Bundesliga hatte schon vor dem Anpfiff für viele Schlagzeilen gesorgt. Weil aber die Fans der Hoffenheimer sich vor der Partie mit einer Plakat-Choreographie selbst auf die Schippe nahmen, ernten sie nun vor allem im Internet viel Lob.
„Den Fußball zerstört nur einer, Hoffe und sonst keiner“, war zum Beispiel auf einem Plakat zu lesen. Oder: „Wir wollen auf den Thron zurück“, was als Anspielung darauf zu verstehen ist, dass die Leipziger künftig die größte Häme der Liga einstecken werden. Auf einem weiteren Banner war zu lesen „Grüße an die vier Sky-Zuschauer“ – die Partien der Sinsheimer gehören nicht zu den Zuschauermagneten beim Bezahlsender.
Hoffenheim spielt seit 2008 im Oberhaus und wurde aufgrund des Club-Mäzens Dietmar Hopp stets mit Argwohn betrachtet. RB Leipzig ist erstmals in die erste Liga aufgestiegen, finanziert durch das Geld von Brause-Milliardär Dietrich Mateschitz.
Dank dieser finanziellen Möglichkeiten war den Leipzigern am Sonntagabend auch noch ein weiterer Transfer-Coup gelungen. Der schottische Nationalspieler Oliver Burke (19) von Nottingham Forest war auf den Wunschzetteln mehrerer großer Clubs, dem Vernehmen nach auch bei Bayern München und Manchester United. Stattliche zwölf Millionen Euro Ablöse sollen die Leipziger überwiesen haben.
„Ich habe es in den vergangenen zwei Jahren einige Male probiert, Spitzentalente von der Insel wegzulotsen. Das war mir bisher nie gelungen, weshalb ich kurz davor war, zu resignieren. Deswegen freut es uns, dass es jetzt gelungen ist“, sagte Sportdirektor Ralf Rangnick.
Ob der Zugang schon im nächsten Spiel gegen den Vizemeister Borussia Dortmund aufläuft, ist offen. Fest steht aber, dass der gesamte Verein dem 10. September entgegenfiebert. „Wir spielen erstmals daheim, vor ausverkauftem Haus. Wenn wir da wieder so auftreten, können wir auch Dortmund wehtun“, sagte Offensivkraft Timo Werner.
