HOFFENHEIM - Die Statistik spricht eindeutig für 1899 Hoffenheim. Denn in 31 von 45 Fällen holte der Herbstmeister der Fußball-Bundesliga auch am Saisonende den Titel. Davon will Trainer Ralf Rangnick aber nichts wissen. „Wir fühlen uns nicht als Gejagte. Ich halte es nicht für realistisch, dass wir Meister werden“, wiegelt der 50-Jährige vor dem Rückrundenstart diesen Sonnabend (15.30 Uhr) gegen Energie Cottbus ab.

Nur einmal in der Bundesliga-Geschichte wurde ein Aufsteiger im ersten Jahr auch Meister: 1998 schaffte das der 1. FC Kaiserslautern. Doch an eine Wiederholung dieses Kunststücks glaubt fast keiner. 72 Prozent der Fans sind laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa der Meinung: Auch 2009 geht die Schale wieder an die Isar. Für den aktuellen Tabellenführer stimmten nur 23 Prozent. Die Bundesliga-Trainer favorisieren ebenfalls den FC Bayern. Alle 18 tippten darauf, dass die Münchener ihre 21. Meisterschaft in der Bundesliga holen.

Hoffenheim wird es in der Rückrunde schwer haben. Keine Mannschaft wird das Team aus Baden-Württemberg mehr unterschätzen. Zudem fällt Vedad Ibisevic, mit 18 Treffern bester Schütze der laufenden Saison, mit einem Kreuzbandriss noch lange aus. Auch Stürmer Chinedu Obasi muss verletzt pausieren. Carlos Eduardo ist nach seiner Rangelei mit Hamburgs Ivica Olic noch für zwei Spiele gesperrt.

Als Ersatz für die Offensive liehen sich die Hoffenheimer bisher nur Boubacar Sanogo von Werder Bremen aus. „Ich schließe nicht aus, dass wir im Sturm noch etwas tun“, sagt Rangnick. Der Club verhandelt derzeit allerdings nur mit dem 19-jährigen Abwehrspieler Fabricio vom brasilianischen Club Flamengo Rio de Janeiro.