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NWZonline.de Sport Fußball

Hohe Haftstrafen für drei Wettbetrüger

15.04.2011

BOCHUM Drei Jahre und elf Monate für Stevan R., drei Jahre und acht Monate für Tuna A., drei Jahre für Nürretin G.: Im ersten Prozess zum größten Manipulationsskandal der europäischen Fußball-Geschichte hat die 13. Strafkammer des Bochumer Landgerichts am Donnerstag die Urteile gefällt und mit hohen Haftstrafen allen Wettbetrügern ein Warnzeichen gesetzt. Scheinbar ungerührt nahmen die Angeklagten die Urteile zur Kenntnis.

Richter Carsten Schwadrat bezeichnete in der Urteilsbegründung die Angeklagten als „Gefahr für den Fußball“. „Meine Herren, Sie haben nicht den Ball mit den Füßen getreten, sondern den Gedanken des Fairplay“, so der Richter weiter. Er bezeichnete die Taten als „Schlag ins Gesicht der zigtausenden Männer, Frauen, Jungen und Mädchen, die in diesem Land dem Fußball in redlicher Absicht nachgehen“. Zudem richtete er einen „eingehenden Appell“ an den Gesetzgeber, sich „intensive Gedanken“ zu machen, den Tatbestand des Sportbetrugs ins Strafgesetzbuch aufzunehmen, um Urteile in derartigen Fälle zu vereinfachen.

Der Generalsekretär des Deutschen Fußball-Bundes, Wolfgang Niersbach, bewertete das Urteil positiv: „Wir können es als Sportverband nur begrüßen, wenn staatliche Gerichte mit aller Härte und Konsequenz diese Verfehlungen aufdecken.“ Es sei auch bei diesen Prozessen in Bochum deutlich geworden, „wie schwierig es ist, etwas nachzuweisen, wenn man keine Geständnisse hat“.

Tuna A., Nürettin G. und Stevan R. zählen nach Ansicht der Richter zur Führungsriege der Wettbetrüger. Die einflussreichsten Wettpaten sollen allerdings Ante Sapina und Marijo C. sein, die sich in einem Parallelprozess verantworten müssen. Das Urteil für Sapina wird für Mitte Mai erwartet.

Aus Sicht des Richters ging es den drei Angeklagten nur darum, „großen Reibach zu machen“. Sie seien auch nicht davor zurückgeschreckt, A-Jugendspieler zu beeinflussen. Sie hätten die Sehnsüchte der jungen Spieler für sich schamlos ausgenutzt. „Das ist niederträchtig und schäbig“, so der Richter. Das Verhalten, das die Angeklagten an den Tag gelegt hätten, sei nicht nur das von Zockern, sondern von gewerbsmäßigen Kriminellen.

Im Prozess war es zuletzt noch um 18 Fußballspiele gegangen, die von der Wettmafia unterwandert worden sind.

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