Zuzenhausen - Mäzen Dietmar Hopp hat dem abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim die Treue geschworen und denkt nicht an einen Rückzug. Es sei „geradezu absurd zu denken, ich könnte aussteigen“, sagte er: „Es ist eine Herzensangelegenheit.“

Hopp hält sich in dieser für den Club so verkorksten Saison – nach außen hin – allerdings sehr zurück. „Es gehört nicht zu meinen Aufgaben, zu jeder Zeit und zu allem in aller Öffentlichkeit Stellung zu beziehen“, erklärte der 72-Jährige. Er kündigte aber an, „alles“ für den direkten Wiederaufstieg zu tun, falls der Klassenerhalt nicht gelingt.

„Ich bin der Überzeugung, dass sich weder 1899 Hoffenheim noch ich als Person für die Arbeit der Vergangenheit bei irgendwem rechtfertigen muss – außer vor uns selbst“, sagte der Milliardär: „Wir haben Fehler gemacht und ziehen unsere Lehren daraus.“

Es werde keine Schnellschüsse, sondern eine gründliche Analyse nach dieser Runde geben. Der neue Trainer Markus Gisdol und der neue Chef der Profiabteilung, Alexander Rosen, „werden die richtigen Antworten auf alle sportlichen Fragen geben“.

Mit Gisdol hat Hoffenheim bereits den vierten Trainer in dieser Saison, vergangene Woche war außer Coach Marco Kurz noch Manager Andreas Müller entlassen worden. „Wir haben uns für getroffene Personalentscheidungen nicht zu rechtfertigen“, sagte Hopp auch im Hinblick auf den Transferflop mit Ex-Nationaltorwart Tim Wiese, der von Werder Bremen kam.

Trotz des Absturzes des Herbstmeisters von 2008 fordert Hopp Respekt für den bei gegnerischen Fans oft als „Retortenclub“ bezeichneten Verein. „Häme ist völlig fehl am Platz“, sagte Hopp. Der Unternehmer hatte vor zwei Jahren erklärt, dass er bisher etwa 240 Millionen Euro in seinen Heimatverein gesteckt habe.

Dabei hatte Hopp immer wieder das „Financial Fairplay“ – also die von der Uefa festgelegten Regeln zu einem seriösen Wirtschaften, um Schulden durch überzogene Ausgaben zu vermeiden – propagiert. Zudem betonte er stets, der Verein müsse auf eigenen Füßen stehen. Ex-Manager Müller hatte alleine in der Winterpause sechs Spieler für etwa 12 Millionen Euro Ablöse verpflichtet.